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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Gesundheitsbezogene Beschwerden bei Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI): Ergebnisse aus einer regionalen Kohortenstudie (Mittel-Elbe-Kohorte)

Robert Pohl - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG), Magdeburg, Deutschland
Judith Wesenberg - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Kognitive Neurologie und Demenzforschung (IKND), Magdeburg, Deutschland
Martin Matke - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Kognitive Neurologie und Demenzforschung (IKND), Magdeburg, Deutschland
Emrah Düzel - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Kognitive Neurologie und Demenzforschung (IKND), Magdeburg, Deutschland
Christian Apfelbacher - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG), Magdeburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Gesundheitsbezogene Beschwerden werden bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment, MCI) häufig komorbid berichtet und weisen eine mäßige bis hohe Prävalenz auf. Eine differenzierte Erfassung dieser Symptome ermöglicht ein besseres Verständnis des Symptomprofils und unterstützt angepasste Versorgungsstrategien.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, Unterschiede in Symptomen von Angst und Depressivität, Schlafbeeinträchtigung und Fatigue zwischen Personen mit und ohne MCI zu untersuchen.

Material & Methoden: Querschnittsanalyse unter Nutzung von T-Scores aus den Short Forms des Patient-Reported Outcomes Measurement Information System (PROMIS) für Angst, Depressivität, Schlafbeeinträchtigung und Fatigue in einer sich im Aufbau befindenden Kohorte (Mittel-Elbe-Kohorte). Gruppenunterschiede wurden mittels t-Tests analysiert. Zusätzlich erfolgte eine Kovarianzanalyse unter Adjustierung für Alter und Geschlecht.

Ergebnisse: Für 140 Teilnehmende (72 Frauen, 68 Männer; Alter: 61,94 ± 9,37 Jahre) lag eine Klassifikation in MCI (34,3%) und Nicht-MCI (65,7%) gemäß Petersen-Kriterien vor. Personen mit MCI zeigten signifikant höhere Angstwerte (51,41 ± 7,66 vs. 47,54 ± 6,66; p = 0,002) und Depressionswerte (48,46 ± 7,69 vs. 45,79 ± 6,79; p = 0,037). Ebenfalls zeigten sich für Schlaf (53,01 ± 8,49 vs. 50,77 ± 8,91) und Fatigue (45,60 ± 8,31 vs. 44,57 ± 7,27) höhere Werte in der MCI-Gruppe, jedoch ohne signifikante Unterschiede. Die Effekte blieben nach Adjustierung für Alter und Geschlecht für Angst (B = -6,573; p < 0,001; η² = 0,097) und Depression (B = -4,792; p = 0,008; η² = 0,052) bestehen.

Diskussion: Die Ergebnisse unterstützen bestehende empirische Erkenntnisse, dass emotionale Symptome bereits in frühen Stadien kognitiver Beeinträchtigung auftreten. Insbesondere Angst zeigt eine stärkere Assoziation mit MCI im Vergleich zu u.a. Schlafbeeinträchtigung und Fatigue. Psychische Symptome wie Angst und Depressivität werden zudem in der Literatur mit einem beschleunigten kognitiven Abbau in Verbindung gebracht. Ein frühzeitiges Screening sowie psychologische und lebensstilbezogene Interventionen könnten bei Personen mit MCI präventive Ansatzpunkte darstellen.

Take Home Message für die Praxis: Angst und Depression sollten bei Personen mit MCI frühzeitig erfasst und berücksichtigt werden, da sie relevante Begleitfaktoren darstellen.

Interessenkonflikt: Kein Interessenkonflikt.