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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Körperliche Aktivität und gesundheitsbezogene Lebensqualität bei älteren Erwachsenen im ambulanten Setting – Ergebnisse aus einer Studie zur lebensstilbasieren Demenzprävention (AgeWell.de)

Jan Ziegler - Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Allgemeinmedizin, München, Deutschland
Robert Philipp Kosilek - Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Allgemeinmedizin, München, Deutschland
Felix Wittmann - Universitätsklinikum Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health, Leipzig, Deutschland
Maria Cordona - Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Deutschland
Birgitt Wiese - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Arbeitsgruppe Medical Statistics and IT-Infrastructure, Hannover, Deutschland
Wolfgang Hoffmann - Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG), Deutschland; Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Greifswald, Deutschland
Thomas Frese - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Allgemeinmedizin, Deutschland
Hanna Kaduszkiewicz - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Allgemeinmedizin, Kiel, Deutschland
Hans-Helmut König - Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, Instituts für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung, Hamburg, Deutschland
Jochen René Thyrian - Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Greifswald, Deutschland; Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Deutschland
Steffi Gerlinde Riedel-Heller - Universitätsklinikum Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health, Leipzig, Deutschland
Jochen Gensichen - Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Allgemeinmedizin, München, Deutschland

Text

Hintergrund: Körperliche Aktivität ist ein zentraler Bestandteil nicht-medikamentöser Interventionen in der Demenzprävention. Zwar sind positive Zusammenhänge mit der gesundheitsbezogenen Lebensqualität gut belegt, unklar bleibt jedoch, in welchem Ausmaß Veränderungen der körperlichen Aktivität zur Wirkung komplexer Interventionen beitragen. Spazierengehen stellt dabei eine besonders zugängliche und weit verbreitete Form körperlicher Aktivität im höheren Alter dar.

Zielsetzung/Fragestellung: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Spazierengehen und gesundheitsbezogener Lebensqualität sowie Quantifizierung des Anteils interventioneller Effekte, der über Veränderungen der körperlichen Aktivität vermittelt wird.

Material & Methoden: Sekundäranalyse der cluster-randomisierten Lebensstilinterventionsstudie AgeWell.de. Eingeschlossen wurden 1,030 Teilnehmende zwischen 60–77 Jahren mit erhöhtem Demenzrisiko (CAIDE-Score ≥ 9). Die Gehaktivität wurde in 5 Stufen von „nie“ bis „täglich“ erfasst. Die Lebensqualität (EQ-5D-5L Index & Visuelle Analogskala) wurde zu Baseline und nach 24 Monaten erhoben. Es wurden adjustierte logistische und lineare Regressionsmodelle geschätzt.

Ergebnisse: Spazierengehen war eine häufige Aktivität (75% ≥ 1×/Woche). Zu Studienbeginn zeigt sich ein klarer Zusammenhang zwischen regelmäßiger Gehaktivität und höherer Lebensqualität (≈ +5 Punkte EQ VAS; +0,03–0,04 im EQ-5D-Index). Die Intervention erhöhte die Aktivität im Follow-up (OR 1,55; 95%-KI: 1,18–2,04), mit stärkeren Verschiebungen aus niedrigen Aktivitätsniveaus, wodurch indirekt ein Teil des Interventionseffektes auf die Lebensqualität im Follow-up vermittelt wird.

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen konsistente Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Gehen und besserer Lebensqualität über den Studienverlauf hinweg. Hinweise auf indirekte Effekte sprechen dafür, dass körperliche Aktivität ein relevanter Wirkmechanismus komplexer Interventionen sein kann.

Take Home Message für die Praxis: Regelmäßiges Spazierengehen ist eng mit einer besseren Lebensqualität verbunden. Interventionen in der hausärztlichen Versorgung sollten gezielt auf die Förderung alltagsnaher Bewegung ausgerichtet sein.

Interessenkonflikte: Keine