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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Soziales Engagement im Alter und die Rolle der Hausarztpraxis – Perspektiven auf Social Prescribing als neuer Ansatz für Teilhabe und Gesundheit
Text
Hintergrund: Einsamkeit und soziale Isolation zählen zu den zunehmenden gesundheitlichen Herausforderungen im höheren Lebensalter. Soziales Engagement kann diesen Belastungen entgegenwirken sowie Sinnerleben und Lebensqualität fördern. In der internationalen Primärversorgung ist „Social Prescribing”, also die ärztliche Unterstützung sozialer Teilhabe, ein z.T. etablierter Ansatz. In Deutschland befindet er sich jedoch noch in der Entstehungsphase und ist kaum erforscht.
Zielsetzung/Fragestellung: Das Teilprojekt der DFG-Forschungsgruppe „Medizin und die Zeitstruktur guten Lebens“ untersucht die Bedeutung sozialen Engagements für Gesundheit und Wohlbefinden im Alter. Ziel ist es, Potenziale und Herausforderungen im Zusammenhang mit Social Prescribing zu identifizieren und Ansatzpunkte für die Umsetzung in der Primärversorgung aufzuzeigen.
Material & Methoden: In einem qualitativen Studiendesign werden zunächst die Bedeutung sowie die Schwierigkeiten des sozialen Engagements erhoben. Dafür werden Fokusgruppen mit ehrenamtlich engagierten älteren Menschen (≥ 60 Jahre), ehemals Engagierten sowie Engagierten mit Erwerbsminderung geführt, um subjektive Bedeutungen von Engagement, tragfähigen Motiven und gesundheitlichen Wirkungen zu explorieren. In einem zweiten Schritt sollen Fokusgruppen mit Hausärzt:innen, Sozialarbeiter:innen und Vertreter:innen aus Vereinen und sozialen Organisationen folgen, um Möglichkeiten und Barrieren ärztlicher Unterstützung von sozialer Teilhabe zu identifizieren. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz.
Ergebnisse: Die bisher geführten Fokusgruppen zeigen, dass ehrenamtliches Engagement vielfach als Quelle von Sinn, persönlicher Entwicklung, sozialer Verbundenheit und Lebensfreude erlebt wird. Gleichzeitig berichten Teilnehmende über strukturelle und gesundheitliche Hürden, die eine kontinuierliche Teilhabe erschweren.
Diskussion: Die vorläufigen Ergebnisse verdeutlichen die gesundheitliche Relevanz sozialen Engagements im höheren Lebensalter. Sie verweisen zugleich auf strukturelle und gesundheitliche Barrieren, deren Berücksichtigung für die erfolgreiche Etablierung von Social Prescribing in der Primärversorgung wichtig ist. Der Vortrag stellt zentrale Befunde der ersten Erhebungsphase vor und lädt insbesondere Hausärzt:innen zur Mitwirkung an den kommenden Fokusgruppen ein.
Take Home Message für die Praxis: Soziales Engagement stärkt Sinn und Lebensfreude im Alter, wird jedoch häufig durch gesundheitliche und strukturelle Barrieren begrenzt. Ärztliche Unterstützung sozialer Teilhabe kann hier neue Wege eröffnen.
Interessenkonflikte: Keine



