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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

„Ich bin froh, dass ich teilgenommen habe.“ Die Akzeptanz der KontextSucht-Intervention während der Machbarkeitsuntersuchung

Ananda Lucia Stullich - Technische Universität München, Soziale Determinanten der Gesundheit, München, Deutschland
Johannes Stephan - Technische Universität München, Soziale Determinanten der Gesundheit, München, Deutschland
Laura Hoffmann - Technische Universität München, Soziale Determinanten der Gesundheit, München, Deutschland; Technische Universität München, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, München, Deutschland
Jan Gehrmann - Technische Universität München, Soziale Determinanten der Gesundheit, München, Deutschland
Matthias Richter - Technische Universität München, Soziale Determinanten der Gesundheit, München, Deutschland

Text

Hintergrund: Abhängigkeitserkrankungen (SUD) stellen für die Betroffenen eine große Herausforderung dar. Betrachtet man Familien, in denen ein Elternteil erkrankt ist, zeigt sich, dass die Symptome einer SUD zu inkonsistentem Erziehungsverhalten führen können, das negative Auswirkungen auf die Kinder haben kann.

Zielsetzung/Fragestellung: In aktuellen Studien wurde die Notwendigkeit einer elternschaftsbezogenen Intervention während der stationären, medizinischen Rehabilitation von Eltern mit SUD gezeigt. Diese Studie untersucht die Akzeptanz der innovativen Kontextsucht-Intervention (KSI) im Rahmen der Machbarkeitsstudie des rehapro-Modellprojekts KontextSucht.

Material & Methoden: Im Jahr 2023 wurden 20 semi-strukturierte Interviews (16 Eltern mit SUD, 4 Fachkräften) in zwei Rehabilitationskliniken in Mitteldeutschland durchgeführt. Die Kliniken entwickelten, erprobten und implementierten die KSI. Die Interviews wurden mittels strukturierender deduktiv-induktiver Inhaltsanalyse unter Berücksichtigung einer realistischen ontologischen Forschungsperspektive analysiert. Zunächst führten wir eine explorative qualitative Analyse durch, um diese im Anschluss hinsichtlich der Akzeptanz zu bewerten. Die Bewertung der Akzeptanz erfolgte mit Hilfe des theoretischen Frameworks der Akzeptanz (TFA) für Gesundheitsinterventionen von Sekhon et al. 2017.

Ergebnisse: Wir untersuchten die Motivation der Eltern, die Bewertung der KSI-Module sowie die ersten Veränderungen, die sie während der Teilnahme bemerkten. Die Teilnahmemotivation der Eltern war weitgehend vom Wunsch geprägt, ihren Kindern eine positive Zukunft zu ermöglichen. Eltern und Fachkräfte gaben ein hohes Maß an Zufriedenheit mit der KSI an. Die Teilnehmer beschrieben positive Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Interaktion, die elterliche Verantwortung und die Emotionsregulation. Wir kamen zu dem Schluss, dass die Akzeptanz der KSI insgesamt als positiv bewertet werden kann, wenn sie anhand der sieben Komponenten des TFA beurteilt wird.

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen eine positive Bewertung der Akzeptanz der KSI, die von der TFA sowohl bei Eltern mit SUD als auch bei Fachkräften beschrieben wird, was den Ergebnissen anderer internationaler Studien zu Interventionen für Eltern mit SUD entspricht. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Berücksichtigung der Elternschaft in Rehabilitationseinrichtungen und spiegeln die Bedürfnisse sowohl der Eltern als auch der Fachkräfte wieder.

Take Home Message für die Praxis: Die Interviewten plädierten für die Aufnahme der KSI in die Standardrehabilitationsbehandlung.

Interessenkonflikte: Keine