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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Bewertung der Glaubwürdigkeit von Gesundheitsinformationen auf Social Media – eine qualitative Evidenzsynthese

Irma Klerings - Universität für Weiterbildung Krems, Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation, Krems, Österreich
Patricia Julia Harlfinger - Universität für Weiterbildung Krems, Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation, Krems, Österreich
Elena Engel - MCI Internationale Hochschule, Center for Social & Health Innovation and the Department of Nonprofit-, Social & Health Management, Österreich
Bernd Kerschner - Universität für Weiterbildung Krems, Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation, Krems, Österreich
Raffael Heiss - MCI Internationale Hochschule, Center for Social & Health Innovation and the Department of Nonprofit-, Social & Health Management, Österreich
Ursula Griebler - Universität für Weiterbildung Krems, Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation, Krems, Österreich

Text

Hintergrund: Viele Menschen nutzen Social-Media-Plattformen als Informationsquelle für Gesundheitsthemen. Da diese Inhalte meist ungefiltert verbreitet werden, müssen Nutzer:innen deren Glaubwürdigkeit selbst einschätzen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der qualitativen Evidenzsynthese war es, Studien zur Glaubwürdigkeitsbewertung gesundheitsbezogener Social-Media-Inhalte systematisch zusammenzuführen und zentrale Einflussfaktoren zu identifizieren.

Material & Methoden: Rapid best-fit framework synthesis: Die systematische Literaturrecherche identifizierte qualitativen oder Mixed-Methods-Studien über die Glaubwürdigkeitsbewertung gesundheitsbezogener Social-Media-Inhalte durch Nutzer:innen zwischen 13 und 45 Jahren. 31 Artikel entsprachen den Einschlusskriterien. Diese wurden nach data richness und Studienqualität gesampelt: 17 Artikel wurden mittels strukturierender Inhaltsanalyse ausgewertet. Zwei Co-Forschungs-Workshops (Klasse der 8. Schulstufe; Selbsthilfegruppe) dienten der Kontextualisierung für Österreich.

Ergebnisse: Die Analyse identifizierte vier zentrale Kategorien der Glaubwürdigkeitsbewertung von gesundheitsbezogener Social-Media-Inhalten: 1) Inhaltsmerkmale: Evidenz und Überprüfbarkeit (z. B. Verweise auf WHO) erhöhten die wahrgenommene Glaubwürdigkeit, während Vereinfachungen, Übertreibungen oder Kommerzialisierung das Vertrauen eher minderten. 2) Quellenmerkale: Formale fachliche Qualifikationen stärkten die Glaubwürdigkeit, jedoch spielten auch Authentizität („Realness“) und Transparenz eine wichtige Rolle. 3) Plattformmerkmale: Einige Teilnehmende nahmen YouTube im Vergleich zu TikTok als verlässlicher wahr. 4) Nutzer:innenmerkmale: Vorwissen, Skepsis und Gegenchecks stellten wichtige Ressourcen dar; zudem zeigten sich generationenspezifische Unterschiede. Die Ergebnisse der Co-Forschungs-Workshops stehen im Einklang mit internationalen Studien.

Diskussion: Die Bewertung der Glaubwürdigkeit erweist sich als dynamischer, mehrdimensionaler Prozess. Die Ergebnisse liefern eine evidenzbasierte Grundlage für die Entwicklung eines Tools zur Förderung der Gesundheitskompetenz im Umgang mit Social-Media-Inhalten (HealthCheckR) und setzen Impulse für Public-Health-Forschung und -Praxis.

Take Home Message für die Praxis: Social-Media-Nutzer:innen bewerten die von ihnen konsumierten Inhalte durchaus kritisch. Ihre Kriterien entsprechen aber oft nicht dem aus Fach-Sicht erwünschten Verhalten. Bei der Entwicklung von Gesundheitskompetenz-Interventionen und evidenzbasierten Gesundheitsinformationen sollte die alltägliche Praxis der Nutzer:innen berücksichtigt werden.

Interessenkonflikte: Keine