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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Zwischen Belastung und Bewältigung: Wie geht es pflegenden An- und Zugehörigen in Deutschland in unterschiedlichen Lebens- und Pflegesituationen? Darstellung subgruppenspezifischer Belastungsprofile und Bewältigungsstrategien – ein Mixed-Methods-Ansatz

Miriam von Fraunberg - Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung, Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE), Medizinische Fakultät, LMU München, München, Deutschland; Pettenkofer School of Public Health, Deutschland
Veronika Throner - Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung, Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE), Medizinische Fakultät, LMU München, München, Deutschland; Pettenkofer School of Public Health, Deutschland
Michaela Kirschneck - Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung, Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE), Medizinische Fakultät, LMU München, München, Deutschland; Pettenkofer School of Public Health, Deutschland
Sandra Kus - Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung, Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE), Medizinische Fakultät, LMU München, München, Deutschland; Pettenkofer School of Public Health, Deutschland

Text

Hintergrund: Pflegende An- und Zugehörige (pfA) tragen einen Großteil der Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Deutschland und sind dadurch vielfältigen Belastungen ausgesetzt, die ihre Gesundheit beeinträchtigen. Bedarfsgerechte Prävention und Gesundheitsförderung erfordern ein tiefes Verständnis der Belastungen und Bewältigungsstrategien sowie eine subgruppenspezifische Betrachtung.

Zielsetzung/Fragestellung: Die Heterogenität und subgruppenspezifische Bedürfnisse sichtbar machen und ein differenziertes Verständnis der Belastungssituationen sowie der möglichen Bewältigungs- und Entlastungsstrategien (B&E) gewinnen.

Material & Methoden: Konvergentes Mixed-Methods-Design: Soziodemografische Merkmale und subjektives Belastungsempfinden (HPS-k; Score 0-30) wurden online quantitativ erhoben, Belastungen und B&E in semistrukturierten Einzelinterviews explorativ erfasst. Die quantitative Auswertung erfolgte deskriptiv für die Gesamtstichprobe und die Subgruppen: 1. Erwerbsstatus, 2. Pflegesetting und 3. Pflegekonstellation. Die Interviews werden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet. Die Integration der Datenstränge erfolgt über ein Joint Display.

Ergebnisse: Die Gesamtstichprobe (N=39; 82% weiblich; Ø-Alter 59,1 Jahre) weist einen mittleren HPS-k-Score von 20,13 (SD=7,14) auf, was einer hohen bis sehr hohen Belastung nach Pendergrass et al. (2018) entspricht. Unterschiede zeigen sich in den mittleren HPS-k-Scores innerhalb der Subgruppen: 1. erwerbstätig 17,91 (SD=7,42; n=23) vs. nichterwerbstätig 23,31 (SD=5,47); 2. ländlich 19,27 (SD=7,63; n=30) vs. städtisch 23 (SD=4,36); 3. Pflege eines minderjährigen Kindes 19,44 (SD=8,79; n=9) vs. Pflege eines Erwachsenen 20,33 (SD=6,73). Ergebnisse der qualitativen Analyse sowie die Integration folgen.

Diskussion: Die bisherigen Ergebnisse deuten auf ein erhebliches subjektives Belastungsempfinden bei pfA hin. Es zeigen sich Unterschiede zwischen verschiedenen Lebens- und Pflegesituationen, was die Relevanz einer differenzierten Betrachtung unterstreicht. Die qualitative Analyse wird Einblicke in individuelle Belastungserfahrungen sowie B&E liefern. Durch die Integration beider Datenstränge können subgruppenspezifische Belastungsprofile differenzierter beschrieben und unterschiedliche Bedürfnisse sichtbar gemacht werden. Eine kritische Reflexion bestehender HPS-k Klassifikationen wird möglich.

Take Home Message für die Praxis: Präventions- und Unterstützungsangebote für pfA sollten die Heterogenität und spezifische Belastungen der Gruppe berücksichtigen. Subjektive B&E liefern hierfür wichtige Ansatzpunkte.

Interessenkonflikte: Keine