20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
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Qualitätskriterien für SP-Rollenskripte: Ein strukturierter Rahmen zur qualitativen Bewertung
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Hintergrund: Simulationen mit Simulationspersonen (SPs) sind ein zentraler Baustein der praktischen Ausbildung in Medizin und Gesundheitsberufen. Die Qualität von SP-Rollenskripten stellt dabei eine wichtige Voraussetzung für eine konsistente und authentische Rollendarstellung dar und beeinflusst damit die Qualität der Interaktion sowie die Validität simulationsbasierter Bewertungen [1], [2]. Aus diesem Grund bedarf es klar definierter Qualitätskriterien für die Entwicklung von SP-Rollenskripten, um fachlich korrekte, konsistente und authentische Rollen sicherzustellen.
Ziel/Fragestellung: Ziel war die Entwicklung eines strukturierten Kriterienrahmens zur qualitativen Bewertung von SP-Rollenskripten. Es wurde herausgearbeitet, welche Qualitätsdimensionen eine gemeinsame, reflektierte und konsistente Bewertung von SP-Rollenskripten ermöglichen und so zur Verbesserung von Authentizität und Lernwirksamkeit beitragen.
Methodik: Auf Basis einer systematischen Literaturrecherche und der Analyse bislang unsystematisch vorliegender praxisbezogener Ansätze wurde ein strukturierter Bewertungsrahmen entwickelt. Die Literaturrecherche umfasste didaktische, simulationsbezogene und professionsspezifische Veröffentlichungen aus Medizin und Gesundheitsberufen. Die Qualitätskriterien für SP-Rollenskripte wurden aus verschiedenen Quellen synthetisiert und auf ihre Relevanz, Konsistenz und praktische Anwendbarkeit überprüft. Dabei wurden sie in sieben zentrale Dimensionen gegliedert: Klarheit, Detailgenauigkeit, Realismus, Diversität, Relevanz, Empathie und Aktualität.
Ergebnisse: Es wurde ein strukturierter Qualitätsrahmen mit sieben klar voneinander abgrenzbaren und sich ergänzenden Kriterien für SP-Rollenskripte entwickelt. In der bisherigen Literatur werden Qualitätsaspekte von SP-Rollenskripten überwiegend fragmentarisch, punktuell oder implizit behandelt. Der entwickelte Rahmen führt diese Aspekte erstmals systematisch zusammen und macht sie für die praktische Bewertung explizit nutzbar. Jedes Kriterium ist durch eine prägnante Definition, eine theoretische Fundierung sowie konkrete Hinweise zur Anwendung operationalisiert. Ergänzend wurden leitende Reflexionsfragen entwickelt, die eine kriterienspezifische und strukturierte Bewertung der Skriptqualität ermöglichen. Checklisten unterstützen darüber hinaus eine standardisierte Bewertung von Skripten in unterschiedlichen Phasen der Skriptarbeit. Der Qualitätsrahmen fördert die Etablierung einer gemeinsamen Sprache zur Qualitätsbewertung von SP-Rollenskripten und unterstützt eine konsistente, empathieorientierte und lernwirksame Gestaltung von Simulationen.
Schlussfolgerung: Die systematische Anwendung der Qualitätskriterien stellt einen wesentlichen Schritt hin zu einer nachhaltigen Qualitätsentwicklung in der Simulation mit Simulationspersonen dar. Der entwickelte Kriterienrahmen stärkt sowohl die fachliche Genauigkeit als auch die empathische Authentizität von SP-Rollen und unterstützt eine konsistente, reflektierte und lernwirksame Skriptarbeit. Eine weiterführende empirische Untersuchung zur Wirksamkeit des Kriterienrahmens wird aktuell durchgeführt.
Interessenkonflikte: Die Autor*innen erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.
Literatur
[1] Schnabel KP, Bauer D, Schmitz FM, Hitzblech T, Brem BG. Simulated patients’ role-portrayal in the clinical skills part of the Swiss federal licensing exam is of high quality and improves further over time as measured with the FAIR OSCE instrument. GMS J Med Educ. 2025;42(1):Doc12. DOI: 10.3205/zma001736[2] Baig LA, Beran TN, Vallevand A, Baig ZA, Monroy-Cuadros M. Accuracy of portrayal by standardized patients: results from four OSCE stations conducted for high stakes examinations. BMC Med Educ. 2014;14:97. DOI: 10.1186/1472-6920-14-97



