Logo

20. Internationales SkillsLab Symposium 2026


12.-14.03.2026
Mannheim

Meeting Abstract

Interprofessionell Peer-Feedback und Debriefing-Kompetenzen tutoriell stärken

Muriel Marieke Kinyara - HAWK Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst, Gesundheitscampus Göttingen, Göttingen, Deutschland

Text

Hintergrund: Interprofessionelle, tutorielle Lehre fördert zentrale Kompetenzen für die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, indem sie Studierende verschiedener Fachrichtungen zusammenbringt und praxisorientiertes, eigenverantwortliches Lernen unterstützt [1]. Insbesondere interprofessionelle Tutorien stärken durch Peer-Teaching und simulationsbasiertes Lernen sozial-emotionale Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit zur konstruktiven Feedbackgabe [2]. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung von Tutor*innen ist dabei nicht nur entscheidend für den Lernerfolg, sondern trägt auch zur Professionalisierung durch wissenschaftlichen und didaktischen Nachwuchs bei [3].

Konzept: Das Skills-Lab-Tutor*innen-Ausbildungsprogramm am Gesundheitscampus Göttingen (GCG) basiert auf einer fundierten didaktischen Qualifizierung für Tutor*innen der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK). Es vermittelt Kompetenzen in Lehrplanung, Didaktik, Präsentation und Moderation. Ergänzend werden Tutor*innen in den interprofessionellen Skills-Labs des GCG hinsichtlich Identitätsbildung, Kommunikation, interprofessionelle Zusammenarbeit und simulationsbasierter Didaktik geschult. Ziel des Programms ist es, die kommunikativen Kompetenzen der Studierenden im Kontext von Interprofessionalität und Feedback bedarfsgerecht zu fördern. Dementsprechend wurden zum Start des Programms Tutorien zum interprofessionellen Lernen in Skills Labs und zur Peer-Feedbackgabe konzipiert und angeboten.

Evaluation: Der tatsächliche Bedarf an Übungsformaten und Peer-Feedback wurde durch eine Bedarfsanalyse (n=45 Studierende im 3. Semester) und eine Längsschnittuntersuchung in den Semestern 5 und 7 mit dem UWE-IP-Fragebogen erhoben. Die Ergebnisse wurden in einer interprofessionellen Lehrendenrunde diskutiert. Die Evaluation erfolgt im Rahmen einer fortlaufenden Studierendenbefragung. Qualitätssicherung und -verbesserung von Studium und Lehre werden durch die Rückkopplung der Ergebnisse an die relevanten Entscheidungsträger*innen der Fakultät (Studiendekanat, Studiengangsverantwortliche, Studienkommission) sowie an die Lehrenden (in Dienstbesprechungen) sichergestellt. Die Bedarfsanalyse zeigte, dass 89% der Studierenden praktische Übungen in interprofessionellen Tutorien wünschen, 73,3% begleitete Lernzeiten zur Feedbackkompetenz und 79,6% begleitete Übungen zur Kommunikation. Erste Ergebnisse deuten auf einen Abbau von Vorurteilen und eine Förderung der Teamfähigkeit durch interprofessionelles Lernen hin.

Schlussfolgerung: Die interprofessionellen Skills-Lab-Tutor*innen-Ausbildung und die Tutorien leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer vorurteilsfreien, interprofessionellen Identität und Teamfähigkeit bei Studierenden am GCG. Studierende profitieren von interprofessionellen Lernszenarien und entwickeln Kompetenzen in Debriefing und Feedback.

Ausblick: Die gewonnenen Erfahrungen bestätigen den Mehrwert von interprofessionellem Lernen und Peer-Feedback für die Kompetenzentwicklung. Zukünftig sollen weitere interprofessionelle Tutorien entwickelt und die Einbindung zusätzlicher Berufsgruppen gefördert werden.

Interessenkonflikte: Die Autorin erklärt, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.


Literatur

[1] Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen. Berufsübergreifend Denken – Interprofessionell Handeln Empfehlung zur Gestaltung der interprofessionellen Lehre an den medizinischen Fakultäten. Mainz: Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen; 2019. Zugänglich unter/available from: https://www.impp.de/files/PDF/RBS_Berichte/Berufs%C3%BCbergreifend%20Denken%20Interprofessionell%20Handeln.pdf
[2] Larsen G, White B. Educational interventions to improve emotional intelligence of health professions students. Proc (Bayl Univ Med Cent). 2025;38(1):106-109. DOI: 10.1080/08998280.2024.2406177
[3] Bauer M, Sommer R, Traub, S. Tutor*innenqualifizierung als Instrument der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung. Z Hochschulentwickl. 2020;15(4):39-58. DOI: 10.3217/zfhe-15-04/03