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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Bikanalikuläre Silikonintubation bei Tränenwegsstenosen: Vergleich intranasal fixierter und selbstretinierender Techniken

Lisa Müller - Augenklinik Sulzbach, Sulzbach
Gesine Szurman - Augenklinik Sulzbach, Sulzbach
Karl Thomas Boden - Augenklinik Sulzbach, Sulzbach
Marie-Alice Amblard - Klinikum Fulda gAG, Fulda
Núria Pérez Guerra - Augenklinik Sulzbach, Sulzbach
Peter Szurman - Augenklinik Sulzbach, Sulzbach
Philip Wakili - Augenklinik Sulzbach, Sulzbach

Text

Zielsetzung: Die bikanalikuläre Silikonintubation ist ein etabliertes Verfahren zur Behandlung von Tränenwegsstenosen. Während die klassische Methode eine intranasale Fixation mittels Knoten erfordert (Ritleng®), verzichtet die neuere Variante auf diese Fixation durch ein selbstretinierendes Design und ermöglicht dadurch eine vereinfachte operative Handhabung sowie eine reduzierte nasale Manipulation (Ritleng®+). Ziel dieser Studie war der Vergleich beider Techniken hinsichtlich Stabilität, Sicherheit und klinischem Verlauf.

Methode: In dieser retrospektiven Kohortenstudie wurden 365 Augen von Patientinnen und Patienten analysiert, die zwischen Januar 2016 und Februar 2024 mittels Ritleng®-System behandelt wurden. 259 Augen erhielten eine klassische, intranasal fixierte Intubation, 106 Augen die selbstretinierende Ritleng®+-Intubation. Primäre Endpunkte waren die Dislokationsrate und das Auftreten eines slit punctum. Sekundäre Endpunkte umfassten Komplikationen, Tragedauer, postoperative Beschwerden sowie Re-Operationsraten.

Ergebnis: Die Dislokationsrate war in beiden Gruppen vergleichbar (29,0% vs. 27,4%; p = 0,83). Ein slit punctum trat ausschließlich in der Gruppe mit verknoteter Fixation auf (1,9% vs. 0%; p = 0,327). Insgesamt zeigte sich eine geringere Komplikationsrate in der Ritleng®+-Gruppe (11,6% vs. 4,7%). Die mittlere Tragedauer war in beiden Gruppen ähnlich (106,98 vs. 104,75 Tage). Der Anteil vollständig beschwerdefreier Patientinnen und Patienten war in der Ritleng®+-Gruppe geringfügig höher (56,4% vs. 60,0%). Die Re-Operationsraten waren zwischen den Gruppen vergleichbar (31,7% vs. 29,2%).

Schlussfolgerung: Beide Techniken zeigen eine vergleichbare Wirksamkeit und Stabilität. Die selbstretinierende Ritleng®+-Sonde ermöglicht eine operative Vereinfachung bei mindestens gleichwertiger Sicherheit und tendenziell geringerer Komplikationsrate.