38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
Ergebnisse der Kataraktchirurgie bei Augen mit vitreomakulärer Traktion: Eine retrospektive Kohortenstudie
Text
Ziel: Bewertung der Ergebnisse einer unkomplizierten Phakoemulsifikation bei Augen mit vitreomakulärer Traktion (VMT).
Methoden: Klinische Daten und optische Kohärenztomographie (OCT) wurden analysiert, um prä- und postoperative Parameter wie bestkorrigierten Fernvisus (CDVA), axiale Länge (AL), VMT-Morphologie (V-/J-förmig), VMT-Breite, zentrale Subfelddicke (CST) sowie das Vorhandensein von intraretinaler Flüssigkeit (IRF), subretinaler Flüssigkeit (SRF) oder Cotton-Ball-Zeichen zu beurteilen. Eine multivariable logistische Regression wurde durchgeführt, um Faktoren zu identifizieren, die mit einer VMT-Lösung assoziiert sind. Zu den Endpunkten gehörten der finale CDVA, CST, das Auftreten eines zystoiden Makulaödems (CMO), die VMT-Lösung, die Entwicklung eines Makulaforamen sowie die Notwendigkeit einer sekundären Vitrektomie.
Ergebnisse: 202 Augen von 202 Patienten (mittleres Alter 77.1±6.7 Jahre) wurden eingeschlossen und über 7.3±5.7 Monate nachverfolgt. Der postoperative CDVA verbesserte sich auf 0.15±0.16 LogMAR (P<0.01). Eine VMT-Lösung trat bei 14 Augen (6,9%) auf, ein zystoides Makulaödem (CMO) bei 42 Augen (20,8%) und ein Makulaforamen bei 6 Augen (3%). Das Vorhandensein von IRF, SRF oder eines Cotton-Ball-Zeichens war der einzige Faktor, der mit einer VMT-Lösung assoziiert war (χ²=6.83, P=0.009). Alter, AL, CST, VMT-Morphologie und VMT-Breite waren nicht assoziiert (P=0.095, 0.700, 0.211, 0.361 und 0.679). Ein CMO trat seltener bei Augen auf, die Ketorolac erhielten (15,8%), im Vergleich zu denen ohne Behandlung (24,3%) (χ²=3.24, P=0.133; OR 0.58, 95% CI 0.29–1.18). Sechs Augen (3%) benötigten eine sekundäre Vitrektomie.
Schlussfolgerung: Eine alleinige Kataraktoperation kann mit einer Verbesserung der Sehfunktion bei Augen mit VMT assoziiert sein, bei gleichzeitig relativ niedrigen Raten für postoperative Makulaforamenbildung und sekundäre Vitrektomie.



