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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Genauigkeit bei der Berechnung der Rotation torischer Intraokularlinsen: Ein vektorbasierter Vergleich aktueller Berechnungsmethoden zur Achskorrektur

Klemens P. Kaiser - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Augenheilkunde, Frankfurt am Main
Jascha A. Wendelstein - Klinikum der LMU München, Augenklinik und Poliklinik, München
Philipp Necpal - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Augenheilkunde, Frankfurt am Main
Mariam Sobhi - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Augenheilkunde, Frankfurt am Main
Thomas Kohnen - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Augenheilkunde, Frankfurt am Main
Christoph Lwowski - Universitätsmedizin Frankfurt, Klinik für Augenheilkunde, Frankfurt am Main

Text

Zielsetzung: Vergleich derzeit verfügbarer Berechnungsmethoden mittels vollständiger Vektor- und bivariater Analyse des astigmatischen Vorhersagefehlers (PE) zur Planung der Rotation torischer Intraokularlinsen (IOL) bei Augen mit postoperativem Restastigmatismus.

Methode: Retrospektive, vergleichende Genauigkeitsstudie. Der vorhergesagte postoperative Astigmatismus sowie die empfohlenen Rotationsachsen wurden mit folgenden Formeln berechnet: AstigmatismFix (AstiFix), Gatinel Toric IOL Optimal Rotation Calculator (Gatinel-TOR), Ophtera AxisAligner (Ophtera-AA), Toric Aligner (TorAlign) und IOLCon Lens Power Calculator (IOLCon-LPC). Der astigmatische PE wurde mittels Vektorbetrag und bivariater Doppelwinkelanalyse (Wilcox-Holladay-Wang-Koch) ausgewertet. Vektor-PEs, Zentroide (Richtigkeit) und marginale Varianzen wurden verglichen. Die Übereinstimmung der empfohlenen Achsen wurde mittels Intraklassen-Korrelationskoeffizienten (ICC) beurteilt. Die Berechnungen erfolgten anhand der subjektiven Refraktion sowie, sofern anwendbar, phaker und pseudophaker biometrischer Daten.

Ergebnis: Es wurden 49 Augen von 49 Patienten, die sich einer Rotation einer torischen IOL unterzogen, eingeschlossen. AstiFix, Gatinel-TOR und Ophtera-AA zeigten nahezu identische bivariate Fehlerverteilungen mit kleinen Zentroidbeträgen (0,15 – 0,16 D), keiner signifikanten Abweichung vom Nullvektor und niedrigem mittleren Vektor-PE (0,43 – 0,46 D). Die Achsenübereinstimmung dieser drei Kalkulatoren war exzellent (ICC = 0,999), wobei bei mehr als 93% der Augen Interformel-Differenzen von ≤5° vorlagen. TorAlign zeigte signifikant abweichende Achsempfehlungen und eine geringere Übereinstimmung (ICC=0,903). IOLCon-LPC wies eine signifikante bivariate Abweichung gegenüber dem Nullvektor auf (p=0,002). Der mittlere Vektor-PE unterschied sich zwischen den Formeln nicht signifikant. Wiederholte pseudophake biometrische Messungen verbesserten die Vorhersagegenauigkeit nicht.

Schlussfolgerung: Rotationsspezifische Kalkulatoren, die die postoperative subjektive Refraktion einbeziehen, liefern hoch konsistente Achsempfehlungen und minimale systematische Vorhersagefehler. Kalkulatoren, die primär für die Berechnung der torischen IOL-Stärke konzipiert wurden, erscheinen für die postoperative Rotationsplanung weniger geeignet. Die subjektive Refraktion bleibt der entscheidende Einflussfaktor für eine präzise Rotation torischer Intraokularlinsen.