Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Biomechanische Evaluation innovativer bioresorbierbarer Zink-Pins im Vergleich zu Polylaktid-Pins zur Fixation von Radiuskopffrakturen: Eine humane Kadaverstudie
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Zielsetzung und Fragestellung: Dislozierte Radiuskopffrakturen werden in der Regel operativ versorgt, um eine frühfunktionelle Mobilisierung bei stabiler und kongruenter Gelenkführung zu ermöglichen. Bioresorbierbare, versenkbare Implantate bieten bei der Osteosynthese kleiner Fragmente insbesondere hinsichtlich Knorpeldestruktion, Implantatimpingement und Bildgebungsartefakten Vorteile gegenüber metallischen Implantaten. Trotz potenziell geringerer Primärstabilität kommen hierbei derzeit überwiegend polymerbasierte Implantate zur Anwendung. Zinklegierungen stellen eine vielversprechende bioresorbierbare Innovation mit potenziell verbesserten biomechanischen Eigenschaften dar, wobei experimentelle Daten zur Anwendung bei Radiuskopffrakturen bislang fehlen. Ziel der vorliegenden Studie war somit der biomechanische Vergleich von Polylaktid-Pins (PP) und Zink-Pins (ZP) in einem humanen Frakturmodell.
Material und Methoden: In dieser biomechanischen In-vitro-Studie wurden an 8 Paaren humaner Radii standardisierte Mason-Typ-II-Radiuskopffrakturen erzeugt. Randomisiert erfolgte die paarweise Osteosynthese mit jeweils zwei 2,0-mm-Zink-Pins (LiMedion GmbH) oder zwei 2,0-mm-Polylaktid-Pins (Biovision). Nach Einbettung wurden sinusoidale Druckversuche unter transversaler (10 Zyklen, 15–50 N, 0,1 Hz) und axialer Belastung (1.000 Zyklen, 15–50 N, 0,1 Hz) durchgeführt, gefolgt von einer axialen Belastung bis zum Konstruktversagen (2 N/s). Erfasst wurden Konstruktsteifigkeit, Mikrobewegung im Frakturbereich, axiale Migration sowie Versagenslasten bei 2 mm Dislokation und beim Konstruktversagen. Nach Prüfung auf Normalverteilung erfolgte die statistische Auswertung mittels gepaarter t-Tests bei einem Signifikanzniveau von p < 0,05.
Ergebnisse: Zink-Pins zeigten unter axialer Belastung eine signifikant höhere Konstruktsteifigkeit als Polylaktid-Pins (0,77 ± 0,21 vs. 0,33 ± 0,05 kN/mm; p-adj. = 0,028). Zudem war die Mikrobewegung im Frakturbereich geringer (0,05 ± 0,01 vs. 0,10 ± 0,02 mm; p-adj. = 0,042) und die Versagenslast beim Konstruktversagen höher (190 ± 44 vs. 116 ± 62 N; p-adj. = 0,042). Für die axiale Migration während der zyklischen Belastung zeigten sich keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen (0,17 ± 0,09 vs. 0,20 ± 0,10 mm; p-adj. = 0,946). Ebenso unterschieden sich weder die Konstruktsteifigkeit unter transversaler Belastung (0,21 ± 0,06 vs. 0,20 ± 0,09 kN/mm; p-adj. = 0,946) noch die Lasten zur Erreichung einer klinisch relevanten Dislokation von 2 mm signifikant zwischen den Gruppen (161 ± 37 vs. 112 ± 60 N; p-adj. = 0,116).
Diskussion und Schlussfolgerung: Zink-Pins wiesen in diesem humanen kadaverbasierten Modell insgesamt eine überlegene biomechanische Stabilität gegenüber Polylaktid-Pins auf und stellen eine vielversprechende Alternative für die Fixation von Mason-Typ-II-Radiuskopffrakturen dar. Weitere klinische Studien sind erforderlich, um die In-vivo-Eigenschaften und Langzeitergebnisse zinkbasierter bioresorbierbarer Implantate zu evaluieren.



