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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Auswirkung von Komorbiditäten auf das Outcome periprothetischer Infektionen

Willy Herbig - Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Dresden, Deutschland
Sebastian Gärtner - Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Dresden, Deutschland
Marvin Berger - Universitätscentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, Deutschland
Maik Stiehler - Universitätscentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, Deutschland
Petri Bellova - Universitätscentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Periprothetische Infektionen (PPI) stellen eine schwerwiegende Komplikation der Endoprothetik von Knie und Hüfte dar und benötigen eine aufwändige operative Versorgung. Besonders herausfordernd ist die Behandlung aufgrund des perioperativen Riskos für multimorbide Patient:innen. Zur Optimierung der Versorgung ist es hilfreich, das individuelle Risikoprofil der Patient:innen zu kennen. Ziel dieser Studie war es, retrospektiv unter Berücksichtigung verschiedener Komorbiditäts-Scores die Ergebnisse von Revisionsoperationen bei PPI zu untersuchen.

Material und Methoden: Mittels Registerdaten wurden 235 Fälle identifiziert, die zwischen 2022 und 2024 in einem Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung bei PPI von Hüft- oder Knieendoprothesen behandelt wurden. Ausschlusskriterien waren ein unvollständiges Follow-Up und Explantationen ohne darauf folgende Re-Implantation. Es wurden 176 Fälle mit einem Follow-Up von mindestens 12 Monaten (mittlere Follow-Up-Dauer 19,7 Monate) eingeschlossen und mittels Krankenakten auf folgende sechs Komborbiditäts-Scores untersucht: Charlson Comorbidity Index (CCI), Elixhauser Comorbidtiy Measures (EC), Modified Elixhauser Score (van Walraven et. al. 2009), ASA-Klassifikation, KLIC-Score und Crime80 Score. Das Outcome der Behandlung wurde nach Fillingham et al. (2019) eingeteilt und die Tiers 1, 3A, 3C und 4B als Erfolg gewertet. In einer deskriptiven Auswertung wurden zunächst die Mittelwerte der Komorbiditäts-Scores zwischen den Gruppen mit erfolgreicher und nicht erfolgreicher Behandlung verglichen und anschließend bei signifikantem Unterschied mittels logistischer Regression auf Korrelation überprüft.

Ergebnisse: Von 176 eingeschlossenen Fällen zeigten 97 (55,1%) eine erfolgreiche Behandlung, mit 48,9% (86/176 Fälle) bildete Tier 1 die größte Gruppe. Die Ein-Jahres-Mortalität betrug 11,9% (21/176 Fälle). Für die untersuchten Indices, mit Ausnahme der ASA-Klassifikation, konnte gezeigt werden, dass die erfolgreich behandelte Gruppe einen signifikant niedrigeren Score aufwies als die Misserfolgs-Gruppe. Die entsprechenden Werte sind in Tabelle 1 [Tab. 1] aufgeführt. Noch stärker fielen diese Unterschiede zwischen der Erfolgsgruppe und der 1-Jahres-Mortalitätsgruppe aus. In der anschließenden logistischen Regressionsanalyse konnte für die fünf zuvor signifikant getesteten Scores die positive Korrelation zwischen Höhe des Scores und Misserfolgswahrscheinlichkeit bestätigt werden (für jeden Score p<0,02).

Tabelle 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Mit dieser Studie konnte gezeigt werden, dass es eine Korrelation zwischen individuellen Komorbiditäts-Scores und dem Behandlungsergebnis bei PPI gibt. Komorbiditäts-Indices können dabei helfen, dass perioperative Risiko einzuschätzen. Dadurch können Risikofaktoren gezielt adressiert werden, um die Versorgungsqualität zu verbessern.