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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Mechanische Stabilität als limitierender Faktor der induzierten Membrantechnik bei großen Knochendefekten: Erfahrungen mit RIA-Autograft und Femurkopf-Allograft-Granulat

Marc Hückstädt - BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle, Deutschland
Friederike Klauke - BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle, Deutschland
Philipp Kobbe - Universitätsklinikum Halle, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle, Deutschland
Thomas Mendel - Universitätsklinikum Halle, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle, Deutschland
Steffen Langwald - BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle, Deutschland
Christian Fischer - Universitätsklinikum Halle, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die induzierte Membrantechnik (IMT) ist ein etabliertes Verfahren zur Rekonstruktion großer Knochendefekte, weist jedoch je nach Modifikation variable Ergebnisse auf. Eine mögliche Ursache für fehlende knöcherne Konsolidierung ist eine Sedimentation spongiöser Transplantate, insbesondere bei Verwendung von mittels Reamer–Irrigator–Aspirator (RIA) gewonnenem autologem Knochen. Ziel dieser Studie war die Evaluation einer standardisierten Modifikation der IMT und die Ableitung klinisch relevanter Anforderungen an das Transplantatkonstrukt.

Material und Methoden: In einer retrospektiven Single-Center-Studie wurden 28 Patientinnen und Patienten nach Sanierung einer Osteomyelitis mittels einer definierten Modifikation der IMT behandelt. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 7,4 Jahre. Die Defektlängen lagen zwischen 3,2 und 15,7 cm. Im zweiten Operationsschritt wurde RIA-Autograft mit lyophilisierten spongiösen Allograft-Granulat aus Femurköpfen kombiniert. Die definitive Stabilisierung erfolgte mittels intramedullärer Nagelosteosynthese oder winkelstabiler Plattenosteosynthese; ein Patient wurde mit einem Ringfixateur versorgt.

Ergebnisse: Eine primäre knöcherne Konsolidierung wurde in 57,1% der Fälle erreicht. Aseptische Pseudarthrosen traten bei 10,7% auf und konnten nach Revisionen in allen Fällen sekundär konsolidiert werden. Infektrezidive wurden bei 35,7% beobachtet; bei 90% dieser Fälle gelang nach weiteren Eingriffen eine Infektkontrolle, wobei die Defektrekonstruktion letztlich mittels alternativer Verfahren abgeschlossen wurde. Die mediane Zeit bis zur Vollbelastung betrug 35 Wochen. Eine Sedimentation des spongiösen Transplantats wurde in 42,9% der Fälle festgestellt und war ausnahmslos mit einem Ausbleiben der vollständigen knöchernen Konsolidierung assoziiert.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die untersuchte Modifikation der IMT ermöglicht knöcherne Rekonstruktionen, ist jedoch mit hohen Komplikationsraten, insbesondere hinsichtlich Infektrezidiven und ausbleibender Konsolidierung, assoziiert. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine unzureichende mechanische Stabilität eines rein spongiösen Komposittransplantats eine Sedimentation begünstigt und die knöcherne Heilung beeinträchtigt. Diese spezifische Transplantatkonfiguration kann für große Knochendefekte daher nicht empfohlen werden. Die Kombination aus autologem und allogenem spongiösem Knochen innerhalb einer induzierten Membran bleibt jedoch ein grundsätzlich vielversprechender Ansatz, sofern die mechanische Stabilität des Transplantatkonstrukts zuverlässig gewährleistet werden kann.