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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Minimal-invasive 3D-kontrollierte Doppelgewinde-Schraubenosteosynthese in Inside-Out-Technik bei Frakturen des hinteren Kantendreiecks

Johannes Wunder - Klinikum Weiden, Weiden, Deutschland
Leander Gaul - Klinikum Weiden, Weiden, Deutschland
Johannes Gabel - BG Unfallklinik Murnau, Murnau, Deutschland
Christian von Rüden - Klinikum Weiden, Weiden, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die adäquate Adressierung von Frakturen des posterioren Malleolus stellt einen wesentlichen Faktor für die Wiederherstellung der Stabilität bei komplizierten Sprunggelenkfrakturen dar. Das posterolaterale Kantenfragment entspricht der knöchernen Avulsion des hinteren Syndesmosekomplexes. Eine anatomiegerechte Reposition der Tibiahinterkante ist Voraussetzung für die korrekte Einstellung der distalen Fibula in der Incisura fibularis, für die Stabilität des hinteren Sprunggelenkanteils sowie für die funktionelle Integrität der Syndesmose. Dies wirkt sich positiv auf das funktionelle Ergebnis aus und kann das Risiko der posttraumatischen Arthroseentwicklung reduzieren.

Material und Methoden: Anhand des Fallbeispiels einer geriatrischen Patientin mit trimalleolärer Sprunggelenkluxationsfraktur unter Beteiligung des hinteren Kantendreiecks (Typ 2 nach der Klassifikation von Bartoníček und Rammelt) wurde eine modifizierte minimal-invasive Fixierungstechnik angewandt. Die Stabilisierung des posterioren Malleolus erfolgte mittels einer Inside-Out-Technik unter intraoperativer 3D-Bildwandlerkontrolle.

Ergebnisse: Die Fixierung des posterioren Malleolus wurde durch eine kopflose Doppelgewinde-Kompressionsschraube in posterior-anteriorer Richtung durchgeführt. Der mediale Malleolus wurde mittels zweier parallel eingebrachter kanülierter Spongiosa-Teilgewindeschrauben stabilisiert, die distale Fibula mittels intramedullären Marknagels. Das operative Vorgehen, potenzielle intraoperative Besonderheiten sowie das postoperative Nachbehandlungskonzept werden detailliert dargestellt.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die beschriebene Technik vereint die biomechanischen Vorteile der direkten osteosynthetischen Stabilisierung des posterioren Malleolus mit einer deutlich reduzierten operativ bedingten Weichteilbelastung. Sie erlaubt eine zuverlässige Rekonstruktion komplizierter Sprunggelenkfrakturen und erscheint insbesondere bei geriatrischen Patienten mit heiklen Weichteilverhältnissen oder begleitendem traumabedingtem Weichteilschaden als geeignetes Operationsverfahren.