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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Etablierung der minimalinvasiven Cotton-Osteotomie: Auswertung anatomischer und klinischer Ergebnisse

Maria Felsberg - Universitätsklinikum Halle, Halle, Deutschland
Anna Kuhne - Universitätsklinikum Halle, Halle, Deutschland
Felix Werneburg - Universitätsklinikum Halle, Halle, Deutschland
Natalia Gutteck - Universitätsklinikum Halle, Halle, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Cotton-Osteotomie erfolgt im Rahmen der komplexen Korrektur des Pes planovalgus. Herkömmlich erfolgt sie im Sinne einer offenen Open-Wedge Osteotomie über einem dorsomedialen Zugang. Da die minimalinvasive Chirurgie (MIS) klare Vorteile im Sinne der Zugangsmorbidität bietet, war das Ziel unserer Studie eine minimalinvasive Methodik zum Durchführen der Cotton Osteotomie zu etablieren und in ihrer Sicherheit zu evaluieren.

Material und Methoden: Die Durchführung der Osteotomie erfolgte 2025 an 12 Patienten (9 linke, 4 rechte Füße) durch einen in der MIS geübten Hauptoperateur im Uniklinikum Halle. Der operative Eingriff erfolgte als Kombinationseingriff. Hierbei wurde eine minimalinvasive Closed-Wedge Osteotomie über einen plantar-medialen Zugang durchgeführt. Die Auswertung erfolgte im Rahmen der Kontrolluntersuchung mittels AOFAS-Score, der klinischen Untersuchung und der Komplikationserfassung. Für die anatomische Studie wurden 20 Vorfußpräparate durch die Anatomie Halle zur Verfügung gestellt. An jeweils 10 dieser erfolgte die offene und die MIS Cotton-Osteotomie. Im Anschluss wurden die Präparate hinsichtlich möglicher Nerven- oder Sehnenverletzungen und dem Korrekturausmaß untersucht.

Ergebnisse: In der retrospektiven klinischen Studie wurde eine signifikante funktionelle Verbesserung beobachtet, wobei der AOFAS-Score von 71,5 ± 14,0 präoperativ auf 91,0 ± 5,6 postoperativ anstieg (p < 0,05). In einem Fall kam es zu einer verlängerten Wundsekretion, jedoch nicht im Bereich der Cotton-Osteotomie. Es zeigte sich in der klinischen Untersuchung kein Anhalt auf eine Nerven- oder Sehnenverletzung. Der Vergleich zur Gruppe mit offener Cotton-Osteotomie ist aktuell noch ausstehend. Im anatomischen Studienteil zeigte sich in beiden Gruppen keine vollständige Durchtrennung einer Sehnenstruktur oder eine Nervenverletzung. Bei der offenen Osteotomie kam es jeweils 1x zu einer teilweisen Verletzung des M. tibialis ant. im Ansatz und Verlauf. Im Vergleich hierzu wurde bei der MIS Osteotomie 3x der Ansatz und 1x der Verlauf verletzt. Zudem kam es 6x zu einer Verletzung im Bereich des M. flexor hallucis longus.

Diskussion und Schlussfolgerung: In der anatomischen Studie zeigt sich im Rahmen der MIS Osteotomie ein erhöhtes Risiko zur Verletzung des M. tibialis ant. und des Flexor hallucis longus aufgrund der nahen anatomischen Lage zum Zugangsbereich. Hier kam es nicht zu einer vollständigen Durchtrennung. In der klinischen Studie konnte kein Hinweis auf eine Funktionseinschränkung dieser Sehnen gefunden werden. Die klinische Relevanz der Verletzungen ist daher fraglich. Jedoch muss ggf. eine Anpassung des Zugangs zur Schonung der Sehnenstrukturen diskutiert werden. Im vorliegenden klinischen Patientenkollektiv konnte eine signifikante funktionelle Verbesserung und niedrige Komplikationsrate erzielt werden. Um die MIS Cotton-Osteomie als sichere OP Methode zu etablieren, ist eine vollständige Datenauswertung und die Vergrößerung des Patientenkollektivs notwendig.