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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Wadenkraft nach Gastrocnemius Release. Datenanalyse von Kraftmessungen vor und nach einem Gastrocnemius Release

Tonio Gottlieb - Der-Fusschirurg.de, Berlin, Deutschland; FU Berlin, Berlin, Deutschland
Kaj Klaue - Universität Bern, Bern, Schweiz

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Der Gastrocnemius Release (GR) wird häufig zur Behandlung von Fuß- und Sprunggelenkspathologien eingesetzt, jedoch bestehen Bedenken hinsichtlich einer möglichen postoperativen Kraftminderung. Ziel dieser Studie war es, die Wadenkraft vor und ein Jahr nach einem GR zu evaluieren und den Einfluss auf die muskuläre Funktion zu analysieren.

Material und Methoden: 56 Patienten, die einen GR in Kombination mit unterschiedlichen fußchirurgischen Eingriffen (6 am Vorfuß, 45 am Tarsus, 5 am Rückfuß) erhielten, wurden untersucht. Die Wadenkraft wurde vor der Operation sowie ein Jahr postoperativ gemessen. Als Vergleich diente die nicht-operierte Seite. Zur Messung wurde ein „Leonardo Mechanograph“, welcher Bodenreaktionskräfte unter beiden Füße indivduell misst, herangezogen.

Ergebnisse: Ein Jahr postoperativ war die Wadenkraft der operierten Seite vergleichbar mit der nicht-operierten Seite. Es bestand kein statistisch signifikanter Unterschied in der Wadenkraft bei gebeugtem und gestrecktem Knie im Vergleich zur nicht operierten Gegenseite. Es konnte kein Hinweis darauf gefunden werden, dass der GR alleine für eine postoperativ veränderte Wadenkraft verantwortlich ist.

Diskussion und Schlussfolgerung: Der Gastrocnemius Release führt nicht zu einer spezifischen Kraftminderung der Wadenmuskulatur. Die Ergebnisse legen nahe, dass der Eingriff sicher durchgeführt werden kann, ohne die muskuläre Funktion langfristig negativ zu beeinflussen.