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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Ossure LOEP unter Lokalanästhesie – eine retrospetive Machbarkeitsstudie zur präventiven Schenkelhalsaugmentation

Hans Goost - Abteilung für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, Krankenhaus Wermelskirchen, Wermelskirchen, Deutschland
Christopher Malliouris - Abteilung für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, Krankenhaus Wermelskirchen, Wermelskirchen, Deutschland
Nina Hundt - Abteilung für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, Krankenhaus Wermelskirchen, Wermelskirchen, Deutschland; Abteilung für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, Krankenhaus Wermelskirchen, Wermelskirchen, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Osteoporose zählt zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter und wird meist erst durch typische Frakturen klinisch manifest. Stagnierende Morbidität und Mortalität nach Hüftfraktur sind ein Hinweis auf den Bedarf neuer präventiver Ansätze. Ein solcher Ansatz ist das Local Osteo-Enhancement Procedure (LOEP). Die Durchführung erfolgte bislang überwiegend in Allgemeinanästhesie. Nach unserer Erfahrung lehnen ältere Patientinnen und Patienten den Eingriff ab – aus Sorge vor kognitiven Risiken nach ITN ab. Vor diesem Hintergrund bieten wir das Verfahren in unserer Einrichtung in Lokalanästhesie an. Unsere Hypothese lautete, dass das OSSURE-LOEP in Lokalanästhesie sicher durchführbar ist.

Material und Methoden: Bei der OSSURE-LOEP Operation wird minimalinvasiv ein resorbierbares Knochenersatzmaterial (AGN1) in den Schenkelhals eingebracht. Für die LA kam eine LIA-Standardlösung zum Einsatz (50 ml NaCl, 50 ml/100 mg Ropivacain, 0,25 ml Adrenalin [1 mg/ml]). Die Applikation erfolgte fluoroskopisch gesteuert: 10 ml subkutan, ca. 20 ml entlang der lateralen Kortikalis zwischen Trochanter minor und major sowie je 10 ml ventral und dorsal des Schenkelhalses. Routinedaten und PROM-Fragebogenergebnisse wurden retrospektiv zusammengeführt und deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse: Im Zeitraum vom 01.01.2023 bis 31.07.2025 wurden insgesamt 27 Patientinnen und Patienten mittels Ossure-LOEP unter LA behandelt. Das Kollektiv umfasste 25 Frauen und 2 Männer. In 23 Fällen erfolgte eine bilaterale, in 4 Fällen eine unilaterale Augmentation. In drei Fällen war aufgrund nicht beherrschbarer Schmerzen die Konversion in eine ITN erforderlich (einmal während der Schenkelhalskürettage, zweimal bei Materialinjektion). 24 von 27 Personen antworteten auf unseren Fragebogen. Alle waren zufrieden bzw. sehr zufrieden mit Operation und Schmerzmanagement: Maximaler intraoperativer Schmerz: 9× VAS 0, 11× VAS 1–3, 4× VAS 5–8, Schmerzhaftester OP-Schritt: 19× keiner, 3× intraossäre Kürettage, 1× Materialinjektion, Anästhesiewahl: 2 würden LA nicht erneut wählen; alle würden die Methode empfehlen. Erholung: 6 am OP-Tag, 12 am 1. postoperativen Tag, 2 innerhalb 1 Woche, 4 nach mehreren Wochen, Postoperative Beschwerden: 11 keine, 8 Analgetikabedarf + vorübergehende Bewegungseinschränkung, 3 Bedarfsanalgesie.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Kohortenstudie zeigen, dass das Ossure-LOEP-Verfahren unter Lokalanästhesie (LA) sicher durchführbar ist. Drei Konversionen aufgrund unkontrollierbarer Schmerzen verdeutlichen jedoch die Notwendigkeit klarer Konversionsprotokolle. Insgesamt decken sich die Ergebnisse mit Literaturdaten, wonach perioperative Ängste häufiger die Narkose als den Eingriff betreffen; Regional- bzw. Lokalanästhesie zeigt zudem Vorteile hinsichtlich Übelkeit, Mobilisation und Kosten. Komplikationsanalysen ergaben keine Einschränkung. Limitationen sind das retrospektive Design, die kleine Fallzahl sowie fehlende Langzeit-Follow-ups. LOEP sollte in multimodale Osteoporosekonzepte integriert werden.