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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Ein Großteil der Patient*innen über und unter 65 Jahren mit Headsplit-Frakturen des proximalen Humerus können bei gleichem Ergebnis auch konservativ behandelt werden

Matthias Groothoff - Medizinische Hochschule Hannover Unfallchirurgie, Hannover, Deutschland
Sam Razaeian - Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Deutschland
Gökmen Aktas - Medizinische Hochschule Hannover Unfallchirurgie, Hannover, Deutschland
Stephan Sehmisch - Medizinische Hochschule Hannover Unfallchirurgie, Hannover, Deutschland
Christian Krettek - Medizinische Hochschule Hannover Unfallchirurgie, Hannover, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Headsplit-Fraktur des Humerus ist eine komplexe Verletzung. Empfohlen wird in der Regel die operative Behandlung (1). Ziel dieser retrospektiven Kohortenstudie war es zu prüfen, ob eine konservative Therapie sicher ist.

Material und Methoden: Diese retrospektive, datenbankbasierte Kohortenstudie, schloss insgesamt 143 Patienten mit proximalen Humerusfrakturen ein. 57 Studienteilnehmende wurden als Headsplit Frakturen (HS) nach Peters klassifiziert (2) und mit 86 Vier-Teile Frakturen verglichen, die keine HS-Komponente aufwiesen. Zur Erhebung der Outcomes wurden der Subjective Shoulder Score (SSS), Disabilities of the Arm, Shoulder and Hand Score (DASH-Score) und EuroQol 5-Dimension 5-Level Questionnaire (EQ-5D-5L) genutzt. Die Daten wurden 1 Jahr postoperative erhoben. Die Gruppen wurden mit Hilfe von t-Test und Varianzanalyse (ANOVA) verglichen. Es wurde zudem eine multivariable Varianzanalyse (ANCOVA) durchgeführt (Signifikanzniveau p < 0,05).Der Evidenzgrad ist C.

Ergebnisse: 63,2% der Headsplit-Frakturen wurden konservativ behandelt, 19,3% mit einer inversen Schulterprothese (RSA) und 17,5% mit anderen operativen Methoden (ORIF).Das mittlere Alter der Studienteilnehmenden mit Head-Split Fraktur lag bei 64,26 ± 13,6 Jahren. Der Constant Score lag nach dem Ein-Jahres-Follow-up bei 70,7 ± 15,4 Punkten. Der Dash Score zeigte eine Steigerung um −17,1 ± 23,0 Punkte und im EQ-5D-5L zeigte sich eine Verbesserung um 0,05 ± 0,15. Es fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Patienten ≤ 65 und > 65 Jahren. (p> 0,05) Auch bei den AO-Modifiern, Geschlecht und der Frakturmorphologie zeigte sich kein unabhängiger Einfluss auf den Outcome der Patient*innen. Als stärkster Prädiktor für das Ein-Jahres-Outcome zeigte sich die Baseline Funktion der kontralateralen Schulter (p < 0,001). Bei 1 von 36 initial konservativ behandelten Studienteilnehmenden fand ein Verfahrenswechsel statt (2,8%).

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Auswertung zeigt, dass zwei Dritteln der Patient*innen mit Headsplit-Fraktur konservativ behandelt werden konnten, ohne dass sich ein funktioneller Nachteil gegenüber den operativen Verfahren zeigte. Ein konservatives Vorgehen ist eine sichere und valide Option. Dies sollte im Rahmen der Patient*innenaufklärung berücksichtigt werden.