28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
Präoperative eBERA und ihre Korrelation zum postoperativen Verlauf nach CI-Versorgung
Text
Fragestellung: Die präoperative Ableitung elektrisch evozierter auditorischer Hirnstammantworten (eBERA) ist eine wertvolle Methode zur Beurteilung des funktionellen Status des Hörnervens und Hirnstamms in klinisch schwierigen Fällen, wie cochleäre Fehlbildungen, Aplasie oder Hypoplasie des Hörnervens, Z.n. Vestibularisschwannom OP oder schweren Formen auditorischer Synaptopathie/auditorischer Neuropathie (AS/AN).
Methoden: Die präoperative Registrierung der eABR erfolgte an einem klinischen Kollektiv von 14 PatientInnen mit komplexen Störungsbildern, insbesondere nach Operationen eines Vestibularisschwannoms/Akustikusneurinoms oder schweren Formen der AS/AN. Die elektrische Reizung erfolgte in allen Fällen extracochleär über die Nische des runden Fensters und in ausgewählten Fällen zusätzlich intracochleär unter Verwendung des Auditory Nerve Test Systems (ANTS; Firma MedEl) mit ladungsausgeglichenen Rechteckimpulsen. Die elektrische Stimulation erfolgte hierbei entweder mit dem frei programmierbaren Neurostimulator ISIS (inomed, DE) oder über die Stimulationssoftware Maestro (MedEl).
Ergebnisse: Zur Evaluation der eBERA wurden die Erregungsschwellen, die Nachweisbarkeit der Wellen eII, eIII und eV sowie das überschwellige Verhalten der Potentiale herangezogen. Die Klassifizierung nach dem Gibson Score [1] zeigte eine signifikante Korrelation zu den ersten postoperativen Ergebnissen des Freiburger Einsilberverstehens 3 Monate nach Erstanpassung. Die weitere Evaluation wird fortgesetzt.
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der eBERA unterstützen die Indikationsstellung zur CI-Versorgung in schwierigen Versorgungsfällen und liefern gleichzeitig wertvolle prognostische Informationen für den Rehabilitationsverlauf nach der Implantation.



