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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Verbesserung der Nervenantwortmessung durch Aggregation von multiplen Messelektroden

Astrid Klinge-Strahl - Universitätsmedizin Göttingen, Hals-Nasen-Ohrenklinik, Göttingen, Deutschland
Konrad Schwarz - MED-EL Elektromedizinische Geräte DE GmbH, R&D, Innsbruck, Österreich
Nicola Strenzke - Universitätsmedizin Göttingen, Hals-Nasen-Ohrenklinik, Göttingen, Deutschland
Dirk Beutner - Universitätsmedizin Göttingen, Hals-Nasen-Ohrenklinik, Göttingen, Deutschland

Text

Einleitung: In der klinischen Routine werden elektrisch evozierte Summenaktionspotenziale (ECAPs) gemessen und für die Beurteilung der Elektroden-Nervenschnittstelle sowie für die Anpassung des Sprachprozessors verwendet. Die Messung ist durch die elektrische Stimulation zwangsläufig artefaktbehaftet und Amplitude und Morphologie des Artefaktes hängen u.a. von den Eigenschaften der Messelektrode ab. Für eine robuste Auswertung der Nervenantwort ist ein gutes Signal-Artefakt-Ratio (SAR) nötig. In der bisherigen klinischen Praxis wurde bei schlechtem SAR die Messung bei Bedarf mit einer anderen Messelektrode wiederholt. Durch das Austauschen der Messelektrode wird jedoch nicht die gesamte zur Verfügung stehende Information genutzt. Hier soll untersucht werden, ob durch eine kombinierte Auswertung aller Messelektroden ein besserer SAR erreicht werden kann.

Methoden: In dieser retrospektiven Studie wurden bei 10 CI-NutzerInnen die intraoperativen Änderungen der Artefakte und Nervenantworten untersucht. Die Messungen wurden mit dem System AutoART der Firma MED-EL erhoben, welches bereits zwei bis vier verschiedene Messelektroden pro Stimulationselektrode verwendet. Aufgrund der geringen Messdauer von nur 90 Sekunden für den gesamten Elektrodenträger kann die gesamte AutoART Messung zweimal durchgeführt werden. Die Messungen wurden nachträglich mit einer von der Firma MED-EL zur Verfügung gestellten Forschungssoftware neu ausgewertet.

Ergebnisse: Durch die Agreggation über alle Messelektroden pro Stimulationselektrode konnte die Standardabweichung der Parameterisierung der Amplitudenwachstumsfunktion deutlich verringert werden. Die Standardabweichung der neu ausgewerteten Schwelle und Steigung der Amplitudenwachstumsfunktion reduzierten sich auf ca. 2/3 bzw. 1/3 der Standardabweichung bei nur einer Messelektrode.