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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Minderung postoperativer Schmerzen nach CI-Versorgung durch Anwendung der Kissen-Technik

Christoph Pfeiffer - Medizinische Fakultät OWL der Universität Bielefeld, Campus Klinikum Bielefeld, Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Bielefeld, Deutschland
Lars-Uwe Scholtz - Medizinische Fakultät OWL der Universität Bielefeld, Campus Klinikum Bielefeld, Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Bielefeld, Deutschland
Sefa Aygun - Medizinische Fakultät OWL der Universität Bielefeld, Campus Klinikum Bielefeld, Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Bielefeld, Deutschland
Ingo Todt - Medizinische Fakultät OWL der Universität Bielefeld, Campus Klinikum Bielefeld, Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Bielefeld, Deutschland; Alexianer St. Gertrauden-Krankenhaus, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und plastische Gesichtschirurgie, Berlin, Deutschland

Text

Einleitung: Postoperative Schmerzen nach einer CI-Versorgung werden im Allgemeinen als geringfügig eingestuft. Trotzdem sind einzelne CI-Explantationen durch andauernde Schmerzen bekannt.

Bisher sind größere Studienkohorten noch nicht betrachtet worden. Als Schmerzursache kann man zwischen Schmerzen im Areal des Implantats und Schmerzen verursacht durch das Tragen des Prozessors unterscheiden.

Ziel unserer Studie ist es die Wirkung einer präoperativen Bildung eines Kissens zwischen Periost und Schädelkalotte durch Injektion eines Lokalanästhetikums in Hinblick auf die Häufigkeit des Auftretens postoperativer Schmerzen nach einer Cochlea-Implantation zu untersuchen.

Material/Methoden: Ab 2023 wurde in Kissenform Lokalanästhetikum (10ml Lidocain mit Adrenalin 1:200.000) im Bereich der geplanten Implantattasche zwischen Periost und Kortikalis eingespritzt.

Einen selbstentwickelter Fragebogen zur Bestimmung der Häufigkeit von Schmerzen wurde an 100 Patient*innen gesendet. Es wurde ein Vergleich ihrer Ergebnisse mit den Ergebnissen von 550 zwischen 2004 und 2023 implantierten Patient*innen ohne Injektion in Kissenform gesucht. Es wurden die Grade der Schmerzen mittels einer VAS (0–10) zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfasst.

Ergebnisse: Nach Injektion in Kissenform traten direkt postoperativ in 15,4% der Fälle Schmerzen auf. In der Vergleichsgruppe waren dies 21,0%. Über den zeitlichen Verlauf nahm die Schmerzhäufigkeit auf 7,7% gegenüber 12,2% ab.

Diskussion: Die Durchführungsweise der präoperativen Injektion des Lokalanästhetikums hat Einfluss auf die postoperative Schmerzhäufigkeit.


Literatur

[1] Rotlevi T, Ziv O, Hazan I, Cohen O, Al Jaar H, Alkrenawi M, Kaplan DM. Rates of Delayed Postcochlear Implant Pain in the Pediatric Population-Role of Proactive Approach. Otol Neurotol. 2023 Oct 1;44(9):890-895. DOI: 10.1097/MAO.0000000000004004
[2] Farinetti A, Ben Gharbia D, Mancini J, Roman S, Nicollas R, Triglia JM. Cochlear implant complications in 403 patients: comparative study of adults and children and review of the literature. Eur Ann Otorhinolaryngol Head Neck Dis. 2014 Jun;131(3):177-82. DOI: 10.1016/j.anorl.2013.05.005