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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Erste Sprachverständlichkeitstest mit dem Floating Mass Transducer als implantierbares Mikrofon

Carolina Köstler - Universitätsklinikum Würzburg, HNO, Würzburg, Deutschland
Stefan Kaulitz - Universitätsklinikum Würzburg, HNO, Würzburg, Deutschland
Kristen Rak - Universitätsklinikum Würzburg, HNO, Würzburg, Deutschland
Mario Cebulla - Universitätsklinikum Würzburg, HNO, Würzburg, Deutschland

Text

Fragestellung: Der Floating Mass Transducer (FMT), ein zentraler Bestandteil des aktiven Mittelohrimplantats Vibrant Soundbridge (MED-EL, Innsbruck), agiert üblicherweise als elektromagnetischer Aktuator Durch die Bewegung eines Magneten innerhalb einer Spule erzeugt der FMT mechanische Schwingungen, die auf Strukturen des Mittel- oder Innenohrs übertragen werden. Dieses Prinzip der elektromagnetischen Induktion kann theoretisch auch umgekehrt genutzt werden: Eine äußere Schallanregung könnte eine Bewegung des Magneten hervorrufen und somit eine elektrische Spannung induzieren. Dadurch ergäbe sich die Möglichkeit, den FMT als implantierbares Mikrofon zu verwenden – ein Konzept, das insbesondere für vollständig implantierbare Cochlea-Implantate von großem Interesse ist. Ziel dieser Arbeit war es, die Sprachverständlichkeit von Aufnahmen zu untersuchen, die mit dem FMT erstellt wurden.

Methoden: Für die Versuche wurden FMTs entwickelt, die speziell für die Mikrofonanwendung angepasst wurden und sich in Volumen und Windungen unterscheiden. Die FMTs waren für die Aufnahmen an eine künstliche Trommelfellmembran in einem vereinfachten Gehörgangsmodell gekoppelt und vor einem Lautsprecher positioniert. Stimuli des Freiburger Mehr- und Einsilbertests wurden über einen Lautsprecher bei 65 dB SPL und 80 dB SPL dargeboten und über den FMT aufgezeichnet. Die aufgenommenen Sprachtests wurden anschließend normalhörenden Probanden im Freifeld präsentiert, um die resultierende Sprachverständlichkeit zu beurteilen.

Ergebnisse: Die Datenerhebung hat zum aktuellen Zeitpunkt erst begonnen. Erste Messungen zeigen insgesamt eine gute Verständlichkeit der bei 65 dB SPL aufgezeichneten Mehr- und Einsilbern mit geringen Unterschieden in der Verständlichkeit zwischen den FMT-Kategorien. Die Datenerhebung wird fortgeführt und bis zum Konferenzzeitpunkt abgeschlossen sein.

Schlussfolgerungen: Die bisher vorliegenden Ergebnisse bestätigen die grundsätzliche Eignung der Schallaufnahme mit dem FMT. Trotz des vereinfachten Modells, das nicht dem natürlichen Hören entspricht, konnten klare und verständliche Sprachaufnahmen erzielt werden. Diese Untersuchung kann somit die Grundlage für weiterführende Studien zur Sprachverständlichkeit mit CI-Trägerinnen und -Trägern und zur Entwicklung vollständig implantierbarer Hörsysteme legen.