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Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025

Berlin-Brandenburgische Augenärztliche Gesellschaft
05.-06.12.2025
Berlin


Meeting Abstract

Peeling sekundärer epiretinaler Membranen – sinnvoll oder überflüssig?

Friederike Schaub 1
J. Schirrwagen 1
S. Janott 1
V. Schöneberger 1
P. Hülse 1
C. Brockmann 1
T.A. Fuchsluger 1
1Rostock – Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsmedizin Rostock

Text

Ziel: Während umfassende Daten zum Outcome von Patienten mit Membranpeeling bei idiopathischer epiretinaler Gliose vorliegen, ist nur wenig über das Ergebnis dieser Operation bei Patienten mit sekundären epiretinalen Membranen (sERM) bekannt. In diesem Beitrag sollen Ergebnisse nach Peeling sekundärer epiretinaler Membranen bei Diabetes und Uveitis diskutiert werden.

Methode: Für beide Patientengruppen (Diabetische Retinopathie und Uveitis) wurden retrospektiv Datensätze analysiert aus einem 10 bzw. 20 Jahreszeitraum. Es konnten 94 Augen mit Peeling sekundärer Membran bei Uveitis und 227 Augen bei diabetischer Retinopathie identifiziert werden. Ausgewertet wurden morphologische und funktionelle Outcomeparameter (u.a. Visus, zentrale Netzhautdicke (CRT), Makulavolumen), nach Ausschluss derjenigen Augen ohne Follow up, bei n=77 (Uveitis) und n=114 (Diabetes).

Ergebnisse: Zusammengefasst zeigte sich keine funktionelle Verbesserung über beide Patientengruppen (prä- vs. postoperativ p=0,13 (Uveitis) und p=0,9 (Diabetes)), auch unabhängig von weiterer Stadieneinteilung der Grunderkrankung, obwohl die meisten Augen eine morphologische Verbesserung (signifikante Reduktion der CRT (p<0,01 (Uveitis), p=0,003 (Diabetes)) zeigten. Intra- und postoperative Komplikationen waren gering.

Schlussfolgerung: Die Indikation eines Membranpeeling bei sekundärer epiretinaler Membran bei Uveitis oder Diabetischer Retinopathie sollte äußerst kritisch gestellt werden. Sowohl die bisher bekannten Daten aus der Literatur, als auch unsere Erfahrung zeigt, dass durch die operative Intervention nicht mit einer klinisch relevanten Verbesserung, insbesondere funktionell, zu rechnen ist.