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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Die Feinnadelaspirationszytologie reduziert die Anzahl der Operationen bei malignen Speicheldrüsentumoren

Sofia Kourou - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Alfarra Marwan - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Charlotte Laatz - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Kevin Hansen - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Julia van de Loo - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Hans Eckel - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Kathrin Möllenhoff - Universität zu Köln, Köln, Deutschland
Lena Hieggelke - Uniklinik Köln, Pathologie, Köln, Deutschland
Marianne Engels - Uniklinik Köln, Pathologie, Köln, Deutschland
Christoph Arolt - Uniklinik Köln, Pathologie, Köln, Deutschland
Alexander Quaas - Uniklinik Köln, Pathologie, Köln, Deutschland
Philipp Wolber - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Louis Jansen - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Lisa Nachtsheim - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Jens Peter Klussmann - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Sami Shabli - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland
Marcel Mayer - Uniklinik Köln, HNO, Köln, Deutschland

Text

Einleitung: Speicheldrüsentumoren sind seltene und heterogene Neubildungen im Kopf-Hals-Bereich. Die präoperative Unterscheidung zwischen benignen und malignen Läsionen gestaltet sich schwierig, da bildgebende Verfahren häufig nicht ausreichen. Die Feinnadelaspirationszytologie (FNAC) in Kombination mit dem Milan System for Reporting Salivary Gland Cytopathology (MSRSGC) ermöglicht eine standardisierte Risikostratifizierung, jedoch wurde deren Einfluss auf die Häufigkeit chirurgischer Eingriffe bislang nicht untersucht.

Methoden: In dieser retrospektiven, monozentrischen Studie wurden Patienten mit histologisch bestätigten malignen Tumoren der großen Speicheldrüsen eingeschlossen, bei denen präoperativ eine FNAC sowie eine Operation durchgeführt wurden. Der Zusammenhang zwischen der MSRSGC-Kategorie und der Anzahl durchgeführter Operationen wurde mittels Chi-Quadrat-Test und multivariater Poisson-Regression analysiert.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 157 Patienten eingeschlossen. Patienten mit FNAC-Ergebnissen in den MSRSGC-Kategorien mit mittlerem bis hohem Risiko benötigten signifikant seltener mehrere Operationen (zwei Operationen: 22,3% vs. eine Operation: 77,7%) im Vergleich zu Patienten mit niedrigem Risiko oder nicht-diagnostischer FNAC (zwei Operationen: 54,2% / 53,3% vs. eine Operation: 45,8% / 46,7%, p < 0,001). Eine FNAC mit mittlerem bis hohem Risiko im Vergleich zu einem nicht-diagnostischen Ergebnis war ein unabhängiger Prädiktor für eine geringere Anzahl an Operationen in der multivariaten Analyse (Inzidenzratenverhältnis (IRR) (95%-KI) = 0,875 (0,773–0,990); p = 0,034). Die höchste Rate an korrekt positiven Ergebnissen wurde bei Plattenepithelkarzinomen erzielt, während azinöse und mucoepidermoide Karzinome häufiger fehldiagnostiziert wurden

Diskussion: Die standardisierte FNAC-Befundung gemäß MSRSGC hat einen signifikanten Einfluss auf das klinische Management und reduziert die Anzahl notwendiger Operationen bei malignen Speicheldrüsentumoren. Die routinemäßige Anwendung strukturierter Zytologie wird für eine optimierte und personalisierte chirurgische Planung empfohlen.