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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2025


07.-08.03.2025
Solingen

Meeting Abstract

Extrakapsuläres Wachstum bei HNSCC-CUP ist mit p16-Negativität und schlechterem Gesamtüberleben assoziiert

Lukas Boosfeld - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Michael Peis - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Eric Deuß - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Moritz Meyer - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Kerstin Stähr - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Stefan Mattheis - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Stephan Lang - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Cornelius Kürten - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland

Text

Einleitung: Lymphknotenmetastasen mit extrakapsulärem Wachstum (ECS) sind ein negativer prognostischer Faktor bei Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen (HNSCC), wobei die Daten hierzu für p16-negative Tumore eindeutiger sind und somit Eingang in die TNM-Klassifikation gefunden haben. Bei Tumoren mit unbekanntem Primarius (HNSCC-CUP) erfolgt die prognostische Klassifikation anhand des p16-Status. Es existieren aktuell wenig Daten zu ECS bei HNSCC-CUP in Abhängigkeit vom p16-Status.

Methoden: Alle Patienten mit Erstdiagnose eines zervikalen HNSCC-CUP zwischen 2015 und 2023, definiert als fehlender Primärtumornachweis trotz unfassender Abklärung (PET-Bildgebung; Panendoskopie) wurden eingeschlossen. Retrospektiv wurden Patientencharakteristika und histopathologische Befunde inklusive p16-Status erhoben. Mittels Log-Rank-Test erfolgte eine Analyse des Gesamtüberlebens in Abhängigkeit von ECS, geschichtet nach p16-Status, die graphische Darstellung erfolgte mit Kaplan-Meier-Kurven.

Ergebnisse: 74 Patienten mit HNSCC-CUP wurden eingeschlossen, davon waren 32% (24/74) p16-positiv und 68% (50/74) p16-negativ. 92% (68/74) der Patienten erhielten PET-Bildgebung und Panendoskopie, die übrigen PET-Bildgebung oder Panendoskopie. Bei den p16-negativen Patienten waren 52% (26/50) ECS-positiv vs. 17% (4/24) bei den p16-positiven (p=0,005). Das mediane Follow-Up betrug 36 Monate (0-121), das geschätzte mittlere Überleben lag bei 43 Monaten (95%-KI 29-58) für die ECS-positive Gruppe und bei 87 (95%-KI 72-103) für die ECS-negative (p=0,004). Zudem zeigte sich bei den p16-negativen HNSCC-CUP ein signifikanter Überlebensvorteil der ECS-negativen Gruppe (p=0,028), nicht aber für die p16-positiven ECS-negativen HNSCC-CUP (p=0,573).

Diskussion: ECS liegt deutlich häufiger bei p16-negativem HNSCC-CUP vor und ist hier zudem mit einem signifikant schlechterem Gesamtüberleben assoziiert. Bei p16-positivem HNSCC-CUP konnte dies, möglicherweise aufgrund der geringen Prävalenz von ECS in dieser Entität, nicht gezeigt werden.