Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Der Ösophagus altert nicht – eine Analyse von 2.118 hochauflösenden Ösophagusmanometrien über 10 Jahre
Text
Hintergrund und Ziel: Ösophagus-bezogene Beschwerden (Dysphagie, Regurgitation, Reflux) nehmen mit dem Alter zu. In der Literatur ist ungeklärt, ob die Speiseröhrenfunktionen per se mit dem Alter schlechter werden (Presbyösophagus).
Methode: In der bisher größten retrospektiven Studie wurden 2118 Patienten (mittleres Alter 55.5 + 16.1 Jahre, 42% Männer) analysiert, die sich zwischen 2013 und 2023 zur Ösophagusfunktionsdiagnostik in der Medizinischen Klinik II des Helios Klinikums Krefeld vorstellten. Alle Patienten erhielten eine konventionelle Ösophagogastroduodenoskopie und eine hochauflösende Ösophagusmanometrie (HREM). Die Auswertung erfolgte nach der Chicago 4.0 Klassifikation. Eine Eosinophile Ösophagitis, Refluxösophagitis und Stenosen wurden ausgeschlossen.
Ergebnis: 95 Patienten (28 Männer, 51/52+18, 15-84 Jahre/BMI 25/25+3,96, 17-33 kg/m2, Mittelwert/Median+Standardabweichung, Range) mit unauffälliger HREM wurden in Altersgruppen von 10 Jahren (11-20/21-30/31-40/41-50/51-60/61-70/71-80/81-90 Jahre) unterteilt und analysiert. 34 (36%) Patienten hatten eine Dysphagie, 25 (26%) Thoraxschmerzen, 38 (40%) Refluxbeschwerden und 18 (19%) ein Globusgefühl. Die Analyse der HREM-Parameter unterer Ösophagussphinkter-Ruhedruck (LES-RP), Integrierter Relaxationsdruck (IRP), Distales Kontraktiles Integral (DCI), Maximales Kontraktionsintegral (MCI), Fortleitungsgeschwindigkeit) ergaben keine signifikanten Unterschiede zwischen den Altersgruppen.
Zusammenfassung: Es ergeben sich keine Hinweise, dass die Speiseröhre per se altert (Presbyösophagus) und dass die Ösophagusfunktionen mit dem Altern schlechter werden.



