Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Das Übel an der Wurzel packen: Anamnese als Lösung im Fall einer unklaren Hepatopathie mit Verdacht auf Autoimmunhepatitis bei einem Patienten mit rheumatoider Arthritis
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Hintergrund und Ziel: Ein 20-jähriger Patient stellte sich erstmalig im November 2025 in der hepatologischen Ambulanz der Uniklinik Düsseldorf zur Abklärung einer Hepatopathie mit hepatitischen Bild vor. Wegen einer rheumatoiden Arthritis mit Erstdiagnose 2023 bestand eine Dauertherapie mit Etanercept und Methorexat. Das Methaotrexat wurde wegen der Transaminasenerhöhung und vollständiger Symptomkontrolle Anfang 2025 beendet. Als Differentialdiagnosen wurde eine Beteiligung der rheumatoiden Arthritis, eine Nebenwirkung der Therapie, eine virale Genese oder eine Autoimmunhepatitis in Betracht gezogen. Der Fall demonstriert die Notwendigkeit eines strukturierten Vorgehens insbesondere in komplexen Situationen.
Methode: Fallvorstellung aus dem klinischen Alltag der hepatologischen Ambulanz.
Ergebnis: Bei der Erstvorstellung lagen die ALT bei 114 U/l, AST bei 106 U/l und GGT bei 128U/l, alle drei Werte waren konstant seit Anfang 2025 erhöht. Die Lebersyntheseparameter waren normwertig, der BMI war bei 20 kg/m2 und der Patient gab keinen Alkoholkonsum an. Hinsichtlich der Arthritis bestanden aktuell keine Beschwerden und deswegen bestand auch keine NSAR Einnahme. HBV/HCV und HEV sowie CMV waren negativ in der PCR. Die ANA waren hochpositiv mit 1:1280, ebenfalls positiv waren DNS-AK, ANCA (1:80) und AMA-M2. IgG war hochnormal mit 1550 mg/dl. Die Sonographie ergab keine Steatosis hepatis und die Elastographie einen Ausschluss einer Fibrose mit 4,6 kPa. In Zusammenschau der Befunde bestand somit a.e. der Verdacht auf eine Autoimmunhepatitis. Bei der Besprechung der Befunde im Dezember haben wir vor der Planung einer Leberbiopsie eine erneute Anamnese mit Nachfrage nach Phytotherapeutika vorgenommen, welche der Patient erst verneinte. Bei expliziter Nachfrage nach Supplement Einnahme gab der Patient an, dass er seit Jahren regelmäßig Kurkuma Kapseln einnehme. Wir haben eine Pausierung der Kurkuma Einnahme mit zeitnaher Kontrolle besprochen. In der Wiedervorstellung 01/2026 zeigten sich die Transaminasen vollständig normalisiert ALT 39 U/l und AST 27 U/l bei noch minimaler GGT-Erhöhung von 54U/l.
Zusammenfassung: PatientInnen mit unklarer Hepatopathie sollten wiederholt nach Einnahme von anderer Medikation, Phytotherapeutika und Nahrungsergänzungsmitteln befragt werden, da die PatientInnen diese oft nicht für relevant für die Hepatopathie erachten. Kurkuma kann Ursache einer Hepatopathie sein. Vermutet wird auch ein Zusammenhang mit Vorliegen von HLA B35.01, welches ebenfalls mit Auftreten einer Arthritis assoziiert ist.



