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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Erfolgreiche endoskopische Therapie einer Anastomoseninsuffizienz nach Sigmaresektion mittels VacStent GITM-Einlage

J. Miller - Kliniken Maria Hilf, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mönchengladbach, Deutschland
K. T. Jansen - St. Elisabethen-Klinikum, Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Ravensburg, Deutschland
J. Rolinger - Erbe Elektromedizin GmbH, Tübingen, Deutschland
D. Rieschl - Kliniken Maria Hilf, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mönchengladbach, Deutschland
P. Storz - Kliniken Maria Hilf, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mönchengladbach, Deutschland
A. Kirschniak - Kliniken Maria Hilf, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mönchengladbach, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Die endoskopische Vakuumtherapie hat die hohe Morbidität und Mortalität von Patienten mit Anastomoseninsuffizienzen im Bereich des unteren Colons deutlich verbessert. Der neuartige Ansatz einer VAC-Stent-Einlage kombiniert die Vorteile der bisherigen Sogtherapie mit einem gecoverten Stent zum Erhalt der Magen-Darm-Passage und lässt sich sowohl im oberen sowie unteren Gastrointestinaltrakt einsetzen. Im präsentierten Fall wurde als geeignete endoskopische Therapiemöglichkeit der VacStent GITM der FirmaMicro-Tech zur Behandlung einer späten Anastomoseninsuffizienz unter Berücksichtigung des jungen Alters des Patienten sowie einer vorliegenden morbiden Adipositas gewählt.

Methode: Der 40-jährige Patient mit einer Adipositas Grad III (BMI 43,21 kg/m2) stellte sich mit neuaufgetretenen Unterbauchschmerzen im Februar 2025 in unserer Zentralen Notaufnahmevor. CT-graphisch ergab sich der Nachweis einer perforierten Sigmadivertikulitis mit freier Luft. Daraufhin wurde eine laparoskopische Sigmaresektion notfallmäßig durchgeführt und bei leichtgradiger fibrinöser Peritonitis eine primäre Anastomose als End-zu-End Descendorektostomie angelegt. Der postoperative Verlauf gestaltete sich regelrecht, sodass eine Entlassung am 6. postoperativen Tag erfolgen konnte. Im Rahmen einer geplanten postoperativen Wiedervorstellung zeigte sich jedoch ein erneuter laborchemischer Infektwertanstieg. In der ergänzenden CT-Diagnostik bestand der Verdacht auf eine gedeckte Anastomoseninsuffizienz am 10. postoperativen Tag, der endoskopisch bestätigt wurde. Es erfolgten eine laparoskopische Drainageanlage sowie eine endoskopische Einlage eines VacStent GITM im Anastomosenbereich mit einem kontinuierlichen Sog von 125 mmHg. Der VAC-Stent wurde bei unauffällig beurteilter Anastomose nach 7 Tagen Einlegezeit entfernt.

Ergebnis: Die letzte Vorstellung des Patienten erfolgte Anfang März 2025 in einem guten Allgemeinzustand mit laborchemisch normwertigen Infektparametern und klinisch unauffälligem Abdomen, weshalb die noch intraabdominell einliegende Robinsondrainage entfernt wurde. Eine weitere Verlaufskontrolle nach Drainagenzug wurde von dem Patienten bei vollständigem Wohlbefinden abgesagt.

Zusammenfassung: Im vorliegenden Fall handelt es sich um die erfolgreiche endoskopische Therapie einer späten Anastomoseninsuffizienz nach Sigmaresektion mittels VAC-Stent-Versorgung, die eine attraktive Alternative zur herkömmlichen alleinigen Vakuumtherapie darstellt.