Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Anastomosenstenose nach Ösophagektomie: Einfluss der Anastomosenhöhe und -technik (handgenäht vs. gestapelt)
Text
Hintergrund und Ziel: Die Ösophagektomie stellt eine zentrale Therapieoption bei Ösophaguskarzinomen dar. Trotz technischer Fortschritte ist die Anastomosenstenose eine häufige postoperative Komplikation, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt und oftmals wiederholte endoskopische Dilatationen erforderlich macht. Der Einfluss der Anastomosentechnik sowie der Anastomosenhöhe auf die Entstehung einer Stenose ist bislang nicht eindeutig geklärt. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss der Anastomosentechnik (handgenäht vs. gestapelt) sowie der Anastomosenhöhe, definiert als Abstand der Anastomose von der Mundhöhle, auf die Inzidenz klinisch relevanter Anastomosenstenosen zu untersuchen.
Methode: In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden Patienten eingeschlossen, die zwischen 2000 und 2021 überwiegend an der Medizinischen Hochschule Hannover sowie in geringem Umfang am Elisabeth-Hospital Gütersloh eine Ösophagektomie mit Rekonstruktion mittels Magenschlauch und endständiger Anastomose erhielten. Patienten mit Koloninterposition oder Roux-en-Y-Rekonstruktion, intrahospitaler Mortalität sowie unvollständigen Datensätzen wurden ausgeschlossen. Insgesamt wurden 220 Patienten in die finale Analyse eingeschlossen. Erfasst wurden die Anastomosenhöhe, die Anastomosentechnik (handgenäht vs. gestapelt) sowie perioperative Variablen (Anastomoseninsuffizienz, Konduitnekrose, Überkreuzung von Staplerlinien). Primärer Endpunkt war eine klinisch relevante Anastomosenstenose mit Notwendigkeit einer endoskopischen Dilatation.
Ergebnis: Eine Anastomosenstenose trat bei 20% der Patienten auf. In der multivariablen logistischen Regressionsanalyse war ein höheres Verhältnis von Körpergröße zur Anastomosenhöhe unabhängig mit einem erhöhten Risiko für eine Anastomosenstenose assoziiert (OR 1,452; 95%-KI 1,071–1,969; p = 0,016). Eine gestapelte Anastomose war im Vergleich zur handgenähten Technik unabhängig mit einem signifikant reduzierten Stenoserisiko verbunden (OR 0,062; 95%-KI 0,008–0,501; p = 0,009). Anastomoseninsuffizienz, Konduitnekrose und Staplerlinienüberkreuzung zeigten keinen signifikanten Zusammenhang mit der Stenoseentwicklung (alle p > 0,1).
Zusammenfassung: Anastomosenstenosen bleiben eine häufige Komplikation nach Ösophagektomie. Gestapelte Anastomosen reduzieren das Stenoserisiko deutlich, während eine höhere Anastomosenposition relativ zur Körpergröße einen unabhängigen Risikofaktor darstellt.



