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75. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte


05.-06.06.2026
Hamburg

Meeting Abstract

Suprachoroidale Blutung nach Kataraktoperation – Fallbericht und Literaturübersicht

Johannes Burkhard - Osnabrück
D.V. Le - Osnabrück
C. Sierra Cote - Osnabrück
N. Chrisoglou - Osnabrück
P. Baryshnikau - Osnabrück
F. Höhn - Osnabrück

Text

Hintergrund: Die suprachoroidale Blutung ist eine seltene, jedoch potenziell visusbedrohende Komplikation der Kataraktchirurgie mit einer berichteten Inzidenz von etwa 0,03–0,1%. Sie kann intraoperativ oder verzögert postoperativ auftreten und ist häufig mit erheblichen intraokularen Druckveränderungen sowie systemischen und okulären Risikofaktoren assoziiert.

Ziel: Ziel dieses Vortrags ist die Darstellung eines klinischen Falles einer suprachoroidalen Blutung nach Kataraktoperation sowie die Einordnung in die aktuelle Studienlage mit Fokus auf Risikofaktoren, Diagnostik und therapeutische Strategien.

Methoden: Es wird ein Fall eines 65-jährigen Patienten vorgestellt, der sich nach komplikativer Kataraktoperation mit Visusverlust, erhöhtem intraokularem Druck und abgeflachter Vorderkammer präsentierte. Die Diagnose wurde sonographisch gesichert. Ergänzend erfolgt eine strukturierte Literaturübersicht zu Inzidenz, Risikofaktoren und Therapieoptionen.

Ergebnisse: Als wesentliche Risikofaktoren zeigten sich höheres Alter, arterielle Hypertonie, Antikoagulation sowie intraoperative Druckschwankungen. Therapeutisch wurde initial eine konservative Drucksenkung und Steroidtherapie durchgeführt, gefolgt von einer operativen Versorgung mittels Pars-plana-Vitrektomie, Drainage der Blutung und Silikonöltamponade. Im Verlauf konnte ein funktionell relevantes visuelles Outcome (Visus 0,5) bei normwertigem Augeninnendruck erreicht werden.

Schlussfolgerung: Die suprachoroidale Blutung stellt trotz ihrer Seltenheit eine schwerwiegende Komplikation dar, die ein rasches diagnostisches und therapeutisches Handeln erfordert. Ein individualisiertes Management unter Berücksichtigung klinischer Risikofaktoren sowie des zeitlichen Verlaufs ist entscheidend für das funktionelle Ergebnis.