52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Upside-Studie liefert neue Daten zur Dosierung von Intravesikalem Oxybutynin bei Patienten mit neurogener Detrusorüberaktivität (NDO)
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Einleitung: Neurogene Detrusorüberaktivität (NDO) ist ein häufiges Symptom bei Patienten mit neurogenen Rückenmarksverletzungen/-erkrankungen (SCI), Meningomyelozele (MMC), Multipler Sklerose (MS). Die EAU-Leitlinie für NDO empfiehlt intravesikales Oxybutynin als Zweitlinienbehandlung bei NDO, nach frustraner oraler Behandlung. Die Dosierung von intravesikalem Oxybutynin (IVO) wird von Ärzten auf Grundlage ihrer Erfahrung festgelegt. Das Ziel der UPSIDE-Studie war es, Prädiktoren für eine therapeutisch zufriedenstellende Dosierung zu identifizieren.
Methodik: Prospektive, nicht-interventionelle Studie mit NDO-Patienten, die an SCI/D, MMC oder MS leiden und mindestens drei Monate lang mit VESOXX® (IVO) behandelt wurden. Die Patienten wurden ausschließlich im Rahmen der routinemäßigen klinischen Praxis beobachtet. Es wurden Daten zu Dosierung, Anwendungshäufigkeit, Anamnese, NDO-Medikamentenanamnese, Begleitmedikation und Begleiterkrankungen sowie paraklinische Befunde erfasst. Als Prädiktoren wurden urodynamische und anamnestische Faktoren untersucht.
Ergebnisse: 51 Patienten wurden untersucht, 36 hatten mindestens einen Nachsorgetermin. Bei 72,2% (n = 36) der Patienten wurde eine therapeutisch zufriedenstellende Dosierung erreicht. 10 Patienten waren Kinder, das Alter lag zwischen 6 und 14 Jahren.
Faktoren, die die Dosierung beeinflussten, waren die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) (p = 0,011) und das Alter (p = 0,059). Die mittlere Anfangsdosis für die pädiatrische Gruppe betrug 0,53 mg/kg Körpergewicht (0,37–0,83 mg/kg). Während der Studie verbesserten sich alle gemessenen urodynamischen Parameter, und das maximale Kathetervolumen verbesserte sich insgesamt statistisch signifikant von 304,2 ml auf 409,6 ml (p = 0,012). Die Handhabung der Spritze wurde von neun von zehn Patienten als einfach/sehr einfach bewertet. Die Lebensqualität im Qualiveen-Score verbesserte sich im Verlauf der Studie insgesamt signifikant (p = 0,0276), ebenso wie in der pädiatrischen Untergruppe (p = 0,019). Die beobachteten Nebenwirkungen entsprachen dem anticholinergen Wirkungsprofil der Substanz, in der pädiatrischen Gruppe trat nur bei einem Patienten eine unerwünschte Wirkung auf.
Schlussfolgerung: Prädiktoren für die Bestimmung der IVO-Dosis waren Alter und GFR. IVO verbesserte die urodynamischen Faktoren und die Lebensqualität der Patienten. Die Sicherheitsdaten bestätigten die Berichte aus der Literatur.



