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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Artesunat unterstützt die Wirkung von Cabozantinib im Nierenzellkarzinom in vitro und in ovo

Daniel Beus - Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsmedizin Mainz, Forschungslabor, Mainz, Deutschland
S.D. Markowitsch - Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsmedizin Mainz, Forschungslabor, Mainz, Deutschland
T. Efferth - Institut für Pharmazie und Biochemie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
R. Blaheta - Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsmedizin Mainz, Forschungslabor, Mainz, Deutschland
A. Haferkamp - Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsmedizin Mainz, Forschungslabor, Mainz, Deutschland
E. Jüngel - Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsmedizin Mainz, Forschungslabor, Mainz, Deutschland

Text

Einleitung: Die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (NZK) ist durch das Auftreten von Resistenzen gegen die gängigen zielgerichteten, medikamentösen Ansätze limitiert. Die Suche nach neuen Behandlungsoptionen stellt daher eine fortlaufende Herausforderung dar. Der halbsynthetische Naturstoff Artesunat aus der Traditionellen Chinesischen Medizin vermag beim NZK anti-tumorale Effekte auszulösen. Die Wirkung ist auch bei therapieresistenten Zellen nachweisbar. In dieser Studie wurde evaluiert, ob Artesunat in NZK-Zellen die Behandlung mit Cabozantinib, einem etablierten Tyrosinkinaseinhibitor, unterstützen kann.

Methode: In den NZK-Zelllinien Caki-1, 786-O, KTCTL-26 und A498 wurde der Einfluss von Artesunat [10 µM] und/oder Cabozantinib [3 µM] auf das Wachstum [24 bis 72 Stunden] und die Klonbildung [10 Tage] gemessen. Eine additive, synergistische oder antagonistische Wirkung zwischen den Einzel- und Kombinationsbehandlungen wurde im Bliss-Independence-Modell evaluiert. Weiterhin wurden Verschiebungen in den Zellzyklusphasen und apoptotische/nekrotische Ereignisse nach der Behandlung mit Artesunat und/oder Cabozantinib mittels Durchflusszytometrie erfasst. Eine anti-tumorale Wirkung in ovo wurde im Chick Chorioallantoic Membrane (CAM) Assay evaluiert.

Ergebnisse: In den NZK-Zelllinien Caki-1, 786-O, KTCTL-26 und A-498 konnte die Kombinationsbehandlung mit Artesunat und Cabozantinib, im Vergleich zu den jeweiligen Einzelbehandlungen, stärker das Zellwachstum und die Klonbildung inhibieren. Im Bliss-Modell zeigten sich die Effekte als additiv (Wachstum) und synergistisch (Klonbildung). Zudem erhöhte die Kombinationsbehandlung die Anzahl an apoptotischen Zellen. Hingegen wurden im Zellzyklus kaum signifikanten Unterschiede zwischen Kombinations- und Einzelbehandlungen ersichtlich. Jedoch erwies sich im CAM-Assay die Kombinationsbehandlung als effektiver, was sich in einer verringerten Tumorgröße widerspiegelte.

Schlussfolgerung: Die Kombinationsbehandlung aus Artesunat und Cabozantinib konnte in vitro und in ovo verstärkte wachstumshemmende Effekte induzieren. Artesunat könnte demnach eine sinnvolle zusätzliche Therapieoption beim fortgeschrittenen NZK darstellen. Weiterführende Untersuchungen, auch in Langzeitstudien, müssen diese Ergebnisse weiter verifizieren.