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188th Meeting of the Ophthalmologists of the Rhineland and Westfalia

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
06.-07.02.2026
Bochum

Meeting Abstract

Unterschiede in OCT- und OCT-A-Parametern zwischen gesunden Kindern und Erwachsenen: Ergebnisse einer prospektiven Vergleichsstudie

Antoine Capucci - Münster
S. Mackowski - Münster
K. Rothaus - Münster
C. Lommatzsch - Münster; Lübeck

Text

Hintergrund: Die Interpretation pädiatrischer OCT- und OCT-A-Daten ist bislang limitiert, da verfügbare Geräte ausschließlich auf Referenzdaten Erwachsener zurückgreifen. Altersabhängige physiologische Unterschiede bleiben dadurch unberücksichtigt.

Methoden: In einer prospektiven, monozentrischen Querschnittsstudie wurden papilläre und makuläre OCT- sowie OCT-A-Aufnahmen von 37 gesunden Kindern und 28 gesunden Erwachsenen erhoben. Beide Kollektive wurden zusätzlich altersstratifiziert (Kinder: 1–9 Jahre/10–17 Jahre; Erwachsene: 19–31 Jahre/≥32 Jahre). Analysiert wurden RNFL, GCL+IPL sowie peripapilläre Perfusion (PF/FI) und makuläre Gefäß- und Perfusionsdichte (VD/PD). Die Korrelationsanalyse erfolgte mittels Spearman-Rangkorrelation, mit Confounderadjustierung über generalisierte lineare Modelle.

Ergebnisse: Die ISNT-Regel konnte bereits im Kindesalter nachgewiesen werden. Erwachsene zeigten im 3×3-mm-Makulascans eine signifikant größere Gesamtdicke; RNFL und GCL+IPL unterschieden sich zwischen den Hauptgruppen nicht. Kinder wiesen eine höhere papilläre Perfusion auf, während die makuläre VD/PD gruppenübergreifend vergleichbar war. Innerhalb der Kindergruppe zeigten jüngere Kinder (1–9 Jahre) jedoch höhere VD- und PD-Werte. Insgesamt wurden 88 signifikante Korrelationen identifiziert, von denen nach Adjustierung 35 bestehen blieben und eine altersabhängig unterschiedliche Korrelationsarchitektur widerspiegelten.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse bestätigen altersabhängige Unterschiede in strukturellen und vaskulären Parametern sowie in deren Kopplungsmustern. Dies unterstreicht die Notwendigkeit altersadaptierter Referenzwerte, da Erwachsenen-Normdaten auf Kinder nicht übertragbar sind.