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188th Meeting of the Ophthalmologists of the Rhineland and Westfalia

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
06.-07.02.2026
Bochum

Meeting Abstract

Spät aufgetretener Cornealhydrops nach perforierender Keratoplastik

Roxana Nadine Truta - Dortmund
M. Kohlhaas - Dortmund

Text

Hintergrund: Ein akuter Hydrops der Hornhaut ist eine seltene Komplikation bei fortgeschrittenem Keratokonus und entsteht durch einen Riss in der Descemet-Membran. Üblicherweise tritt dieser vor einer Hornhauttransplantation auf. Das Auftreten eines Hydrops im Bereich eines bestehenden Transplantats stellt eine diagnostische und therapeutische Herausforderung dar, insbesondere bei bestehenden Risikofaktoren wie vaskularisierten Transplantaten, reduzierter Sehprognose und systemischen Begleiterkrankungen.

Methoden: Wir stellen einen Patienten vor, der sich mit einem spät aufgetretenen Hydrops nach einer perforierenden Keratoplastik notfallmäßig in unserer Klinik vorstellte.

Ergebnisse: Berichtet wird der Fall eines 46-jährigen Patienten mit geistiger Behinderung, Neurodermitis sowie glaukomatöser Optikusatrophie. Am linken Auge war im Jahr 2018 aufgrund eines Keratokonus eine perforierende Keratoplastik durchgeführt worden. Der Patient wurde seitdem regelmäßig in unserer Klinik kontrolliert. Im Mai 2025 wurde der Patient gemeinsam mit seinem Betreuer notfallmäßig vorgestellt, nachdem dieser eine Rötung und Trübung des linken Auges bemerkt hatte. Am rechten Auge lag bereits ein abgelaufener Hydrops vor, jedoch ohne nachfolgende Transplantation. Die bestkorrigierte Sehschärfe lag bei 0,05 am rechten Auge und bei Lichtschein am linken Auge. Vor dem akuten Ereignis war der Visus am linken Auge auf Handbewegungen beschränkt. Die Untersuchung ergab ein ausgeprägtes Hornhautödem mit Rissbildung der Descemet-Membran im Bereich des Transplantats. Zusätzlich bestand eine deutliche tiefe und oberflächliche Hornhautvaskularisation. Zwei Tage nach der Vorstellung wurde ein therapeutisches Corneal Crosslinking (CXL) am linken Auge durchgeführt, kombiniert mit einer subkonjunktivalen Injektion von Bevacizumab zur Reduktion der Gefäßneubildung. Aufgrund der ungünstigen Ausgangslage wurde auf eine sofortige erneute Transplantation verzichtet. Stattdessen erfolgte drei Monate nach dem Ereignis eine erneute Crosslinking-Behandlung. Abhängig vom weiteren Verlauf wird eine erneute Keratoplastik in Erwägung gezogen.

Schlussfolgerung: Dieser Fall zeigt, dass auch bei bestehendem Transplantat ein Hydrops auftreten kann, was insbesondere von einer Transplantatabstoßung abzugrenzen ist. Eine individualisierte Behandlungsstrategie mit Crosslinking und antiangiogener Therapie kann gezielt zur Stabilisierung der Situation beitragen und das Abstoßungsrisiko im Falle einer erneuten Transplantation möglicherweise senken.