188th Meeting of the Ophthalmologists of the Rhineland and Westfalia
188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
Maxi-DMEK und Maxi-Rebubbling – erste klinische Erfahrungen mit modifizierten Gaskammertamponaden zur Stabilisierung der Transplantathaftung bei DMEK nach Glaukom-/Netzhautchirurgie oder in einkammerigen Augen
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Ziel: Bei komplexen Augen mit Komorbiditäten wie Defekten des Iris-Linsen-Diaphragmas, Zustand nach Vitrektomie oder filtrierender Glaukomchirurgie kann es im Rahmen einer Descemet-Membran-Endothelkeratoplastik (DMEK) zu einer vorzeitigen Gasverlagerung und somit zu einer Beeinträchtigung der Transplantathaftung kommen. Ziel dieser Studie war die Evaluation eines neuen chirurgischen Konzepts, bei dem eine simultane vordere und hintere Gastamponade zur Stabilisierung des DMEK-Transplantats eingesetzt wird.
Methodik: In dieser retrospektiven Fallserie wurden zehn Eingriffe an neun Augen (3 Frauen, 6 Männer; mittleres Alter: 79,3 Jahre) durchgeführt, darunter ein Auge mit zwei Operationen. Es erfolgte eine DMEK mit simultaner anteriorer und posteriorer Gastamponade mittels 23G-Pars-plana-Vitrektomie und Applikation von 20% SF6-Gas. Es wurde zwischen primären Eingriffen (Maxi-DMEK, n=7) und sekundären Eingriffen bei notwendigem Rebubbling (Maxi-Rebubbling, n=3) unterschieden.
Ergebnisse: Am ersten postoperativen Tag zeigten acht von zehn Augen (80%) eine Füllung der Vorderkammer mit Gas zwischen 30% und 90%. Trotz fehlenden Gasnachweises in der Vorderkammer in zwei Fällen lag das Transplantat in allen Augen vollständig an. Zwei Augen (20%) benötigten ein zusätzliches Rebubbling. Die zentrale Hornhautdicke nahm nach drei Monaten signifikant von 723,7±166,2 µm auf 533,9±84,8 µm ab (p=0,019). Die bestkorrigierte Sehschärfe verbesserte sich im Mittel von 1,21±0,85 auf 0,93±0,89 logMAR, erreichte jedoch aufgrund bestehender okulärer Komorbiditäten keine statistische Signifikanz (p=0,207). Zwei Augen (20%) entwickelten einen vorübergehenden Anstieg des intraokularen Drucks; eines davon erforderte eine Zyklophotokoagulation. Ein Auge (10%) mit primärem Transplantatversagen und temporärer chorioidaler Ablösung wurde durch eine erneute Maxi-DMEK erfolgreich behandelt.
Schlussfolgerung: Die Kombination aus DMEK und simultaner anteriorer und posteriorer Gastamponade (Maxi-DMEK) kann die Adhärenz des Transplantats in Augen mit komplexen anatomischen Verhältnissen wesentlich verbessern. Die Durchführung setzt jedoch eine umfassende Expertise in der Vorder- und Hinterabschnittschirurgie oder eine interdisziplinäre Zusammenarbeit voraus. Dieses Verfahren stellt insbesondere bei stark kompromittierten Augen eine vielversprechende Erweiterung des therapeutischen Spektrums dar.



