188th Meeting of the Ophthalmologists of the Rhineland and Westfalia
188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
Veränderungen des Vitreoretinalen Interfaces bei Patienten mit neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration
Text
Hintergrund: Diese Studie untersucht die Visusentwicklung innerhalb der ersten beiden Jahre nach Erstdiagnose der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) in Abhängigkeit des vitreomakulären Interfaces (VRI). Die Kohorte wurde anhand des Befunds in der spectral-domain optischen Kohärenztomographie (SD-OCT) in vier Gruppen unterteilt: adhärenter Glaskörper (aGK), vitreomakuläre Adhäsion (VMA), vitreomakuläre Traktion (VMT) und komplette posteriore Glaskörperabhebung (PVD).
Methode: In einer retrospektiven Analyse wurden 1.136 nAMD-Augen im Alter von 54–98 Jahren (Median 79,1 Jahre) eingeschlossen. Die Nachbeobachtungszeit betrug zwei Jahre. Der bestkorrigierte Visus wurde bei jeder Visite erhoben. Statistische Auswertungen erfolgten mittels deskriptiver Statistik, gepaartem t-Test, One-way-ANOVA, und Korrelationsanalyse.
Ergebnisse: Innerhalb der ersten zwei Jahre nach Erstdiagnose der nAMD zeigte sich keine signifikante Veränderung des mittleren Visus (ΔBCVA = +0,0106 logMAR; p=0,32). Der VRI-Status bei Erstdiagnose hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Visusentwicklung (ANOVA p=0,68). Die mittlere Visusänderung betrug -0,0288 logMAR beim aGK, +0,0119 für VMA, +0,0648 für VMT und +0,0106 für die PVD. Auch Veränderungen des VRI im Verlauf zeigten keinen signifikanten Einfluss auf die Visusentwicklung (p=0,88). Es bestand jedoch eine signifikante negative Korrelation zwischen dem Ausgangsvisus (logMAR) und der Visusänderung (r=-0,32, p<0,001, 95% CI -0,3717 bis -0,2672).
Schlussfolgerung: In dieser großen retrospektiven Kohorte blieb der mittlere Visus über zwei Jahre unter anti-VEGF-Therapie stabil. Der Glaskörperstatus bei Erstdiagnose sowie dessen Veränderung im Verlauf hatte keinen signifikanten Einfluss auf die funktionelle Entwicklung. Die Korrelation zwischen dem Ausgangsvisus und der Visusänderung deutet darauf hin, dass Augen mit initial schlechterem Visus stärker von der Therapie profitieren.



