Logo

99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte


31.10.2026
Fulda

Meeting Abstract

Assoziation systemischer Erkrankungen mit chorioretinalen Biomarkern bei chronischer zentraler seröser Chorioretinopathie

Nicholas Stiebler - Homburg/Saar
L. Moll - Homburg/Saar
I. Weinstein - Homburg/Saar
B. Seitz - Homburg/Saar
A. Abdin - Homburg/Saar

Text

Zielsetzung: Ziel dieser prospektiven Studie war es, die Prävalenz systemischer Erkrankungen und weiterer relevanter Faktoren bei Patienten mit chronischer zentraler seröser Chorioretinopathie (CCS) im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen zu untersuchen. Darüber hinaus wurde untersucht, ob bestimmte chorioretinale Biomarker mit der Prävalenz ausgewählter systemischer Erkrankungen und psychosozialer Faktoren assoziiert sind.

Methoden: In der prospektiven Studie wurden 100 Patienten mit chronischer CCS sowie 100 gesunde Kontrollpersonen ohne bekannte Netzhauterkrankungen eingeschlossen. Mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) wurden verschiedene chorioretinale Biomarker erfasst, darunter das Double-Layer Sign (DLS), Pigmentepithelabhebungen (pigment epithelial detachment, PED) und die subfoveale choroidale Dicke (subfoveal choroidal thickness, SFCT). Zusätzlich wurden systemische Erkrankungen, psychosoziale Faktoren, Raucherstatus und Medikamenteneinnahme erhoben. Anschließend wurden Unterschiede zwischen den Gruppen sowie mögliche Assoziationen zwischen den chorioretinalen Biomarkern und systemischen Erkrankungen untersucht.

Ergebnisse: Hinsichtlich Alter und Geschlechtsverteilung zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Patienten mit chronischer CCS und gesunden Kontrollpersonen. Patienten mit chronischer CCS berichteten jedoch signifikant häufiger über anhaltenden bzw. starken Stress. Zudem zeigten sie eine signifikant höhere SFCT, einen höheren Raucheranteil sowie eine insgesamt eine höhere Medikamenteneinnahme, insbesondere eine häufigere Anwendung einer Hormonersatztherapie, auch bei den männlichen Studienteilnehmern. Bei der Analyse der Zusammenhänge zwischen chorioretinalen Biomarkern und systemischen Faktoren zeigten Patienten mit DLS eine höhere Prävalenz psychischer und stressassoziierter Erkrankungen, insbesondere von Angstsymptomen. Darüber hinaus waren bei Patienten mit DLS häufiger Rauchen, die Einnahme einer Hormonersatztherapie, koronare Herzerkrankungen und Schilddrüsenerkrankungen zu beobachten. Das Vorliegen einer PED war ebenfalls mit einer höheren Prävalenz von Schilddrüsenerkrankungen und stressassoziierten Erkrankungen assoziiert. Eine höhere SFCT war insbesondere mit dem Vorliegen von Herzrhythmusstörungen sowie Angststörungen und depressiven Symptomen assoziiert.

Schlussfolgerung: Patienten mit chronischer CCS zeigten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen eine höhere Prävalenz von anhaltendem Stress, Rauchen und systemischen Faktoren wie koronarer Herzerkrankung und Schilddrüsenunterfunktion. Diese Ergebnisse weisen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen systemischen Faktoren und dem chorioretinalen Phänotyp der chronischen CCS hin. Die beobachteten Assoziationen sollten in weiterführenden Studien untersucht werden, um deren pathophysiologische und klinische Bedeutung besser zu charakterisieren.