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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Kinesiophobie und ihre Assoziation mit Mobilität bei diffuser idiopathischer skelettaler Hyperostose im Vergleich zu gesunden Kontrollen und axialer Spondyloarthritis

David Kiefer - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland
Benedikt Eisenbach - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland
Imke Redeker - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland
Uta Kiltz - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland
Philipp Sewerin - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland
Anna Kernder - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland
Ioana Andreica - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland
Johanna Mucke - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland
Diana Vossen - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland
Xenofon Baraliakos - Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland; Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, Deutschland

Text

Einleitung: Die diffuse idiopathische skelettale Hyperostose (DISH) ist durch eine Ossifikation der Wirbelsäule, insbesondere des vorderen Längsbandes, gekennzeichnet. Lange wurde DISH vor allem als radiologischer Zufallsbefund betrachtet. Neuere Daten zeigen jedoch relevante Einschränkungen von Schmerz, Funktion und Mobilität. Die Rolle von Bewegungsangst (Kinesiophobie) bei DISH ist bislang kaum untersucht.

Methoden: In dieser monozentrischen, querschnittlichen Beobachtungsstudie wurden 50 Patienten mit DISH, 30 Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) und 20 gesunde Kontrollen (HC) untersucht. Kinesiophobie wurde mittels Tampa Scale of Kinesiophobia (TSK) und Fear-Avoidance Beliefs Questionnaire (FABQ) erfasst. Zudem wurden Assessments zu Schmerzen, Krankheitsaktivität (Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index; BASDAI), körperliche Funktionsfähigkeit (Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index; BASFI) und Lebensqualität (Assessment of SpondyloArthritis International Society Health Index; ASAS-HI) erhoben.

Ergebnisse: Patienten mit DISH waren älter als HC (65,1±8,4 vs. 57,0±11,0 Jahre; p=0,001) und hatten einen höheren Body-Mass-Index (29,9±5,6 vs. 25,4±3,0 kg/m²; p=0,001), während sich der BMI zwischen DISH und axSpA nicht unterschied. Schmerzen, morgendliche Steifigkeit, BASDAI, BASFI und ASAS-HI waren bei DISH höher als bei HC (alle p<0,001), jedoch weitgehend vergleichbar mit axSpA (Tabelle 1 [Tab. 1]).

Tabelle 1: Demographische und klinische Daten bei Patienten mit DISH, HC und axSpA

Kinesiophobie war bei DISH signifikant höher als bei HC (TSK 26,5±7,2 vs. 17,3±7,2; p<0,001). Moderate oder hohe Kinesiophobie (TSK>28) lag bei 42,0% der DISH-Patienten vor, hohe Kinesiophobie (TSK>35) bei 38,0%. Die TSK-Werte unterschieden sich jedoch nicht zwischen DISH und axSpA (p=0,455) (Tabelle 2 [Tab. 2]). Die Ergebnisse des FABQ zeigten in dieselbe Richtung (DISH vs HC; p: <0.001; DISH vs axSpA; p: 0.5). Die Ergebnisse blieben auch nach Altersadjustierung konsistent (Tabelle 2 [Tab. 2]).

Tabelle 2: Kinesiophobia in Patienten mit Diffuse idiopathic skeletal hyperostose (DISH), gesunden Kontrollen (HC) und axialer Spondyloarthritis

Schlussfolgerung: Kinesiophobie ist bei Patienten mit DISH häufig und signifikant höher als bei gesunden Kontrollen, unabhängig vom Alter. Zudem sind die Ergebnisse weitgehend mit denen bei axSpA vergleichbar. Dies unterstreicht, dass die klinische Relevanz von DISH über radiologische Befunde hinaus zu gehen scheint.

Offenlegungserklärung: Die Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.