Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Difficult-to-manage und Therapie-refraktäre axiale Spondyloarthritis: Klinische und radiologische Charakterisierung einer monozentrischen-Kohorte
Text
Einleitung: Patienten mit axSpA können trotz moderner Therapien weiterhin persistierende Beschwerden aufweisen. Für diese Patienten wurden seitens ASAS kürzlich Definitonen der difficult-to-manage (D2M) und treatment-refractory (TR) axSpA publiziert [1]. Ziel war unser Register aufdie Häufigkeit von D2M/TR und klinische sowie radiologische Charakteristika der betroffenen Patienten zu untersuchen [2].
Methoden: In dem lokalen Register LORE wurden 837 Patienten mit axSpA identifiziert in drei Gruppen eingeteilt: D2M, TR und Patienten die die D2M-Kriterien nicht erfüllten. Die Definition galt als erfüllt, sofern die Definition in einer Visite zwischen Baseline und den Folgevisiten auftrat wenn die D2M/TR Definition bei keiner Visite erfüllt wurde, wurde die letzte Visite der Analyse zu Grunde gelegt. Demographische, klinische Daten und aus der klinischen Routine verfügbare Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule sowie MRT-Untersuchungen der Wirbelsäule und Sakroiliakalgelenke (<6 Monate zum Untersuchungszeitpunkt) wurden analysiert. Röntgenbilder wurden hinsichtlich eines radiographischen Progresses (>2 neue Syndesmophyten im Vergleich zu Voraufnahmen) bewertet. MRT der Sakrolilakalgelenke und der Wirbelsäule wurden auf Knochenmarködem untersucht, das typisch für entzündliche Veränderungen bei axSpA ist. Bildgebende Befunde wurden sowohl bei allen Patienten mit D2M-Status als auch beiPatienten, bei denen der D2M- oder TR-Status ausschließlich anhand bildgebender Befunde erreicht hätte werden können, analysiert.
Ergebnisse: Von 837 Patienten erfüllten 79 (9,4%) die Kriterien einer D2M-axSpA und 41 (4,9%) einer TR-axSpA. Demographische Parameter unterschieden sich bis auf den Raucherstatus nicht.
Patienten mit D2M oder TR hatten signifikant höhere Krankheitsaktivität als Patienten ohne D2M sowie höhere Schmerz- und Patient-Reported-Outcomes (Abbildung 1 [Abb. 1]). Extramuskuloskelettale und periphere Manifestationen traten in der D2M Gruppe häufiger auf. Zudem hatten D2M erwartungsgemäß deutlich mehr vorherige Therapien erhalten (Tabelle 1 [Tab. 1]).
Abbildung 1: Vergleich krankheitsspezifischer Assessments zwischen D2M/TR-axSpA und nicht-D2M-axSpA
Tabelle 1: Base Line Demografie
Radiologische Untersuchungen lagen bei etwa der Hälfte der Patienten mit D2M/TR Status vor (MRT: 51,9% bzw. 48,9%), während Röntgenaufnahmen nur bei etwa 10% dieser Patienten verfügbar waren. Ein radiographischer Progress wurde nicht gefunden. MRT mit Knochenmarködem fanden sich bei 30 (37,9%) der D2M- und 16 (39,0%) der TR-Patienten. Insgesamt erreichten 12 (15,2%) Patienten den D2M-Status (7 TR; 17,1%) ausschließlich anhand von MRT-Befunden.
Schlussfolgerung: In dieser Real-World-Kohorte erfüllten etwa 10% der Patienten Kriterien einer D2M axSpA und etwa 5% einer TR-axSpA. Diese Patienten zeigen eine deutlich höhere Krankheitsaktivität, stärkere körperliche Funktionsdefizite und häufigere periphere Manifestationen sowie mehr fehlgeschlagene Therapien als Patienten ohne D2M.
Offenlegungserklärung: Die Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.
References
[1] Poddubnyy D eta l. The Assessment of SpondyloArthritis International Society (ASAS) Consensus-Based Expert Definition of Difficult-to-Manage, including Treatment-Refractory, Axial Spondyloarthritis. Ann Rheum Dis. 2025 Apr;84(4):538-546. DOI: 10.1016/j.ard.2025.01.035[2] Kiltz U, Lüdemann IA, Redeker I, et al. Baseline characteristics of patients with inflammatory rheumatic musculoskeletal disorders: data from a prospective observational cohort from the German registry LORE. Ann Rheum Dis. 2024;83(Suppl 1):2110-2111. DOI: 10.1136/annrheumdis-2024-eular.572



