Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Mandibulabeteiligung bei pädiatrischer CNO: Querschnittsanalyse zu Diagnostik, Biopsiebefunden und Antibiotikatherapie bei Erstdiagnose
Text
Einleitung: Die Differenzierung zwischen chronisch nicht-bakterieller Osteomyelitis (CNO) und bakterieller Osteomyelitis kann insbesondere bei unifokalem Mandibula-Befall herausfordernd sein. Ziel dieser Studie war die Analyse des diagnostischen Vorgehens bei Patientinnen und Patienten mit Mandibulabeteiligung.
Methoden: Diese retrospektive multizentrische Studie inkludierte pädiatrische CNO Patientinnen und Patienten mit Mandibulabeteiligung der letzten 10 Jahre aus 12 Zentren in Deutschland und Österreich. Die Diagnose wurde histologisch und/oder mittels Bildgebung gestellt.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 34 Patientinnen und Patienten eingeschlossen, davon waren 65% weiblich und 53% zeigten einen multifokalen Verlauf. Das mittlere Alter bei Diagnosestellung betrug 10,3 ± 2,3 Jahre.
Bei 59% (20/34) wurde zur Diagnosestellung eine Biopsie der Mandibula durchgeführt, am häufigsten über einen intraoralen Zugang (14/20). In 67% (10/15) der Kulturen zeigte sich bakterielles Wachstum. Bei allen nachgewiesenen Bakterien handelte es sich um typische Vertreter des oralen Mikrobioms. Am häufigsten wurden Viridans-Streptokokken und Actinomyces spp. (jeweils 6/10) nachgewiesen.
Antibiotika wurden bei 24 von 34 Patientinnen und Patienten über eine mediane Dauer von 20 Tagen (Range 4–233 Tage) verabreicht. Die am häufigsten eingesetzten Klassen waren Penicillinderivate (n = 12), Cephalosporine (n = 5) und Lincosamide (n = 7). Der Antibiotikaeinsatz war signifikant häufiger bei Patientinnen und Patienten mit durchgeführter Biopsie (90% vs. 42,9%, p = 0,006). Die Zeit bis zur Diagnosestellung war bei denjenigen, bei denen eine Biopsie durchgeführt wurde, signifikant länger (10,1 vs. 4,5 Monate; p = 0,04). Alle Patientinnen und Patienten benötigten im weiteren Verlauf Folgetherapien.
Die EULAR/ACR-Klassifikationskriterien für die pädiatrische CNO konnten retrospektiv bei 18 Patientinnen und Patienten angewendet werden; 17 erreichten den Cut-off von ≥ 55 Punkten, entsprechend einer Sensitivität von 94,4% in dieser Kohorte.
Schlussfolgerung: Die mandibuläre Biopsie bei Kindern mit CNO ist mit einem häufigeren Einsatz von Antibiotika, sowie Verzögerung der Diagnosestellung verbunden. Das diagnostische Vorgehen bei Erstdiagnose hat wesentlichen Einfluss auf die weitere klinische Einordnung und das initiale therapeutische Management. Biopsien sollten ausgewählten diagnostisch besonders anspruchsvollen Fällen vorbehalten bleiben. Die EULAR/ACR-Klassifikationskriterien zeigten in den retrospektiv beurteilbaren Fällen eine hohe Sensitivität.
Offenlegungserklärung: keine COI
Funding: Das Projekt wurde gefördert von der GKJR.
Tabelle 1 [Tab. 1]
Tabelle 1: Klinische Charakteristika von pädiatrischen CNO-Patienten mit Mandibulabeteiligung (n=34)
Tabelle 2 [Tab. 2]




