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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Zwischen septischer Arthritis und rheumatologischer Verdachtsdiagnose: Eine seltene Ursache akuter Oligoarthritis

Tamara Hohmann - Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendrheumatologie und Immunologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Svenja Pauleck - Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Anja Hagen - Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Lars Fischer - Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Jörn-Sven Kühl - Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Ina Sorge - Pädiatrische Radiologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Daniel Gräfe - Pädiatrische Radiologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Christian Roth - Pädiatrische Radiologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Christian Klemann - Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendrheumatologie und Immunologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland

Text

Vorgeschichte: Ein 4-jähriges Mädchen stellte sich mit Fieber, Laufverweigerung und akuter Schwellung des oberen Sprunggelenks vor. Sonographisch zeigte sich ein Erguss, sodass eine septische Arthritis angenommen und mittels Gelenkpunktion, arthroskopischer Spülung und antibiotischer Therapie behandelt wurde. Die mikrobiologischen Befunde blieben jedoch steril. Nach kurzer initialer Besserung stellte sich die Patientin erneut vor, nun mit einer Gonarthritis.

Leitsymptome bei Krankheitsmanifestation: Leitsymptome waren zunächst Fieber, Laufverweigerung sowie Schwellung und Rötung des linken oberen Sprunggelenks sowie eine begleitendende Tenosynovialitis der rechten Hand. Im Verlauf trat eine akute schmerzhafte Schwellung des rechten Kniegelenks mit ausgeprägter Belastungsunfähigkeit auf. In der weiteren körperlichen Untersuchung und auch anamnestisch fanden sich sonst keine Auffälligkeiten.

Diagnostik: Die initiale Gelenkpunktion und die weitere mikrobiologische Diagnostik ergaben keinen Erregernachweis. Laborchemisch zeigten sich ein unauffälliges mikroskopisches Differentialblutbild, normwertige LDH, ANA von 1:320 sowie ein Anti-CCP-Antikörper von 73,5 U/ml. MRT-Untersuchungen zeigten diffuse, fleckige Signalsteigerungen im Knochenmark. Aufgrund der Bildgebung erfolgte eine Knochenmarkpunktion in welcher sich eine Blasteninfiltration von 90% zeigte; immunphänotypisch bestätigte sich ein prä-B-ALL.

Therapie: Bei initialem Verdacht auf eine septische Arthritis erfolgten Gelenkpunktion, arthroskopische Spülung und empirische antibiotische Therapie. Bei erneuter Vorstellung und differenzialdiagnostisch, insbesondere aufgrund der Autoantikörperkonstellation, möglicher entzündlich-rheumatischer Genese wurde zusätzlich eine Behandlung mit Naproxen und einmalig intravenösem Methylprednisolon begonnen. Nach Sicherung der prä-B-ALL erfolgte die Verlegung in die pädiatrische Onkologie zur Einleitung der spezifischen Therapie.

Weiterer Verlauf: Unter Einleitung der spezifischen onkologischen Therapie kam es zu einem raschen klinischen Ansprechen mit vollständiger Remission im Knochenmark an Tag 15 sowie vollständigem Rückgang der Gelenksymptomatik.

Eine sterile Arthritis mit zunächst unspezifischer klinischer und laborchemischer Konstellation kann Ausdruck einer hämatologischen Grunderkrankung sein. Auch bei Konstellationen, passend zu septischer Arthritis oder beginnender juveniler idiopathischer Arthritis, sollte bei auffälligem MR-Knochenmarkssignal niedrigschwellig eine Knochenmarkspunktion zum Ausschluss einer hämatologischen Grunderkrankung erfolgen, möglichst vor Beginn einer Steroidtherapie.

Offenlegungserklärung: keine