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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Ultra-Low-Dose-CT bei Sarkoidose: Niedrige Strahlenexposition, hohe diagnostische Aussagekraft

Karoline Klasbrummel - Universität Bonn, Uniklinikum Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik III Innere Medizin mit den Schwerpunkten Onkologie, Hämatologie und Rheumatologie, Bonn, Deutschland
Simon M. Petzinna - Universität Bonn, Uniklinikum Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik III Innere Medizin mit den Schwerpunkten Onkologie, Hämatologie und Rheumatologie, Bonn, Deutschland
Jan-Philipp Rodemann - Universität Bonn, Uniklinikum Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik III Innere Medizin mit den Schwerpunkten Onkologie, Hämatologie und Rheumatologie, Bonn, Deutschland
Nazli Altuntas - Universität Bonn, Uniklinikum Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik III Innere Medizin mit den Schwerpunkten Onkologie, Hämatologie und Rheumatologie, Bonn, Deutschland
Daniel Kütting - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Deutschland, Bonn, Deutschland
Mohammed Bahaaeldin - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Deutschland, Bonn, Deutschland
Valentin Sebastian Schäfer - Universität Bonn, Uniklinikum Bonn, Medizinische Klinik und Poliklinik III Innere Medizin mit den Schwerpunkten Onkologie, Hämatologie und Rheumatologie, Bonn, Deutschland

Text

Einleitung: Pulmonale Manifestationen der Sarkoidose tragen trotz häufig asymptomatischer Präsentation wesentlich zur krankheitsassoziierten Morbidität bei. Während die hochauflösende Computertomographie (HRCT, 0,8-1,5 mSv) dem Röntgen-Thorax (CXR, 0,1-0,2 mSv) hinsichtlich der Detektion von Lungenparenchymveränderungen überlegen ist, limitiert die Strahlenexposition ihren wiederholten Einsatz. Die Ultra-Low-Dose-CT (ULDCT) könnte eine strahlenärmere Alternative darstellen. Ziel der Studie war die Evaluation der diagnostischen Wertigkeit und Strahlenexposition der ULDCT sowie die epidemiologische und radiomorphologische Charakterisierung der thorakalen Sarkoidose.

Methoden: In diese explorative Beobachtungsstudie wurden Patienten mit Sarkoidose eingeschlossen. Erfasst wurden klinische, laborchemische und thoraxbildgebende Daten. Die ULDCT wurde qualitativ anhand einer Likert-Skala (1–5) hinsichtlich der Gesamtbildqualität beurteilt. Ein Wert >3 wurde als diagnostisch ausreichende Bildqualität definiert. Zusätzlich wurden der mittlere tracheale CT-Dichtewert in Hounsfield-Einheiten (HU) und dessen Standardabweichung (SD) als objektive Bildqualitätsparameter sowie das Dosis-Längen-Produkt (DLP) als Maß der Strahlenexposition erhoben. Verfügbare ULDCT-, CXR- und HRCT-Untersuchungen, letztere als Referenzmodalität, wurden verblindet hinsichtlich des Vorliegens einer interstitiellen Lungenerkrankung (ILD) beurteilt. Abschließend erfolgte die radiomorphologische Charakterisierung der thorakalen Befunde.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 100 Sarkoidosepatienten (63 Frauen) eingeschlossen. Das mittlere Alter betrug 53,7 ± 10,5 Jahre, die mediane Erkrankungsdauer 1.433,5 (581,5–3.470,0) Tage. Pathologische thorakale Befunde fanden sich in 82,0% der Untersuchungen. Am häufigsten wurden Lymphadenopathien, 64,0% und noduläre parenchymale Läsionen (51,0%) dokumentiert. Fibrotische Veränderungen zeigten sich in 14,0% der Fälle. Die subjektive Gesamtbildqualität der ULDCT betrug 3,70 ± 0,51. Eine diagnostisch ausreichende Bildqualität, Likert >3, zeigte sich in 72,0% für die Gesamtbildqualität. Für die Evaluation der diagnostischen Wertigkeit lagen bei 46 Patienten CXR- und bei 17 Patienten HRCT-Daten als Vergleichsuntersuchungen vor. Quantitativ zeigte die ULDCT gegenüber der HRCT vergleichbare tracheale HU-Werte bei höherem Bildrauschen (HU −1011,2 ± 15,8 vs. −999,0 ± 31,3; HU-SD 91,8 ± 9,9 vs. 53,4 ± 23,1). Bei verfügbarer HRCT-Referenz zeigte die ULDCT eine 100% Übereinstimmung in der ILD-Klassifikation, mit korrekter Identifikation aller HRCT-positiven (9/9) und HRCT-negativen Fälle (8/8), wohingegen das CXR nur eine Sensitivität von 16,7% bei einer Spezifität von 100% erreichte.

Die Strahlenexposition der ULDCT war niedrig, mit einem medianen DLP von 15,4 mGy·cm (9,4−31,0), entsprechend etwa 0,1–0,4 mSv.

Schlussfolgerung: Diese Studie legt nahe, dass die ULDCT eine vielversprechende strahlenarme Alternative für die thorakale Bildgebung bei Sarkoidose sein kann. Bei einer dem CXR vergleichbaren Strahlenexposition zeigte die ULDCT eine hohe Übereinstimmung mit der HRCT und erwies sich dem CXR in der Detektion interstitieller Lungenerkrankungen als überlegen.

Offenlegungserklärung: Die Autoren erklären, dass keine Interessenskonflikte bestehen.

Abbildung 1 [Abb. 1]

Abbildung 1: Repräsentative thorakale Bildgebung bei Sarkoidose in Ultra-Low-Dose-Computertomographie und High-Resolution-Computertomographie.

Abbildung 1 zeigt axiale CT-Bilder eines Patienten mit Sarkoidose. Panel A zeigt die ULDCT, Panel B die entsprechende HRCT auf vergleichbarer Schichthöhe. Dargestellt sind peribronchovaskuläre noduläre beziehungsweise retikulonoduläre Verdichtungen, betont im rechten Lungenoberfeld, als typische pulmonale Manifestation der Sarkoidose. Die ULDCT ermöglicht hierbei eine gute Erfassung der charakteristischen parenchymalen Veränderungen bei deutlich reduzierter Strahlenexposition. Abkürzungen: ULDCT, Ultra-Low-Dose-Computertomographie; HRCT, High-Resolution-Computertomographie.