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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Definition spezifischer Erosionen im Röntgenbild: Überlegenheit der „RA-spezifischen Erosion“ (RASE) gegenüber dem EULAR-Muster. Ergebnisse einer Validierungskohorte

Christoph Schäfer - Universitätsmedizin Halle, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Fachbereich Rheumatologie, Halle (Saale), Deutschland
Greta Wolff - Universitätsmedizin Halle, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Fachbereich Rheumatologie, Halle (Saale), Deutschland
Marc Fischer - Universitätsmedizin Halle, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Fachbereich Rheumatologie, Halle (Saale), Deutschland
Mustafa Alper Deniz - Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern, Rheumatologie, Vogelsang-Gommern, Deutschland
Gernot Keyßer - Universitätsmedizin Halle, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Fachbereich Rheumatologie, Halle (Saale), Deutschland
Eugen Feist - Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern, Rheumatologie, Vogelsang-Gommern, Deutschland

Text

Einleitung: Die rheumatoide Arthritis (RA) führt zu Veränderungen im Röntgenbild. Vor allem erosive Gelenkläsionen helfen, eine rheumatoide Arthritis (RA) von anderen Gelenkerkrankungen differentialdiagnostisch abzugrenzen. Die ACR/EULAR-Kriterien von 2010 erlauben eine Klassifikation auch allein aufgrund „typischer Erosionen“ im Röntgenbild [1]. Als solche wurden von einer EULAR-Taskforce Erosionen in mindestens drei Gelenken des Sharp-van der Heijde-Scores definiert („EULAR-Muster“) [2]. Eine alternative Definition „typischer Erosionen“ wurde an einer Explorationskohorte mit RA und anderen Gelenkerkrankungen bereits hinsichtlich Sensitivität und Spezifität getestet [3]. Als RA-spezifische Erosion („RASE“) wurde das Auftreten mindestens einer marginalen Erosion in den Metacarpophalangealgelenken 2–5, dem Proc. styloideus ulnae (PSU) und/oder dem Metatarsophalangealgelenk (MTP) 5 definiert.

Methoden: Um diese Definition an einer Validierungskohorte zu prüfen und einen Bias aufgrund der bisher fehlenden Verblindung auszuschließen, wurden von einer Untersucherin (G.W.) an einem anderen Standort (Fachklinik Vogelsang-Gommern) Röntgenbilder der Hände und Vorfüße ausgewertet. Zum Zeitpunkt der Röntgenauswertung besaß die Untersucherin keine Information über die vorliegende Diagnose (RA, Psoriasisarthritis (PsA), Spondylarthritis (SpA), systemischer Lupus erythematodes (SLE), Gicht oder Fingerpolyarthrose (FPA)). Erfasst wurde das Auftreten der RASE bzw. des EULAR-Musters. Nach Offenlegen der Diagnosen wurden Sensitivität und Spezifität der Röntgenmuster errechnet.

Ergebnisse: Ausgewertet wurden Röntgensätze von 215 Patienten mit RA (133 seropositiv, 69 seronegativ) und 230 Patienten mit anderen Gelenkerkrankungen (148 PsA, 47 SpA, 26 SLE, 5 Gicht, 4 FPA). Von 215 Patienten mit RA wiesen 57 eine RASE auf, 42 erfüllten das EULAR-Muster. Von 230 Patienten mit anderen Gelenkerkrankungen wiesen 7 eine RASE auf, 11 erfüllten das EULAR-Muster. Damit lag die Sensitivität der RASE für das Erkennen einer RA bei 26,5%, die Spezifität bei 97%. Die Sensitivität des EULAR-Musters lag bei 19,5%, die Spezifität bei 95%. Trat die RASE bei RA-Patienten auf, so war sie mit 55% der Fälle am häufigsten im MTP 5 zu finden, danach folgte mit 15% der Fälle der PSU.

Schlussfolgerung: Für die röntgenologische Differenzierung einer RA von anderen Gelenkerkrankungen eignet sich die RASE besser als das EULAR-Muster. Ein qualitativer Ansatz, der die Lokalisation der Erosion in RA-spezifischen Gelenken berücksichtigt, scheint dem quantitativen Auszählen von Erosionen überlegen zu sein.

Offenlegungserklärung: Es liegen keine Interessenskonflikte vor.


References

[1] Aletaha D, Neogi T, Silman AJ, Funovits J, Felson DT, Bingham CO 3rd, Birnbaum NS, Burmester GR, Bykerk VP, Cohen MD, Combe B, Costenbader KH, Dougados M, Emery P, Ferraccioli G, Hazes JM, Hobbs K, Huizinga TW, Kavanaugh A, Kay J, Kvien TK, Laing T, Mease P, Ménard HA, Moreland LW, Naden RL, Pincus T, Smolen JS, Stanislawska-Biernat E, Symmons D, Tak PP, Upchurch KS, Vencovský J, Wolfe F, Hawker G. 2010 Rheumatoid arthritis classification criteria: an American College of Rheumatology/European League Against Rheumatism collaborative initiative. Arthritis Rheum. 2010 Sep;62(9):2569-81. DOI: 10.1002/art.27584
[2] van der Heijde D, van der Helm-van Mil AH, Aletaha D, Bingham CO, Burmester GR, Dougados M, Emery P, Felson D, Knevel R, Kvien TK, Landewé RB, Lukas C, McInnes I, Silman AJ, Smolen JS, Stanislawska-Biernat E, Zink A, Combe B. EULAR definition of erosive disease in light of the 2010 ACR/EULAR rheumatoid arthritis classification criteria. Ann Rheum Dis. 2013 Apr;72(4):479-81. DOI: 10.1136/annrheumdis-2012-202779
[3] Schäfer C, Fischer M, Kinzel J et al. Definition spezifischer Erosionen im Röntgenbild der rheumatoiden Arthritis zur Differentialdiagnostik arthritischer Erkrankungen. In: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie, editors. Deutscher Rheumatologiekongress 2023. 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh), 33. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR). Leipzig, 30.08.-02.09.2023. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2023. DocDI.11.