38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
Einfluss präoperativer Faktoren und chirurgischer Techniken auf den anatomischen Erfolg nach Vitrektomie bei rhegmatogener Netzhautablösung
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Hintergrund: Ziel dieser Studie war die Identifikation klinischer und intraoperativer Faktoren, die den anatomischen Erfolg nach primärer Pars-plana-Vitrektomie (ppV) bei rhegmatogener Netzhautablösung beeinflussen.
Methoden: Retrospektiv analysiert wurden 1.841 vitrektomierte Augen mit primärer Amotio. Ausgeschlossen wurden Augen mit intraokulären Voroperationen (außer Kataraktoperation), Makulaforamen- oder Trauma-assoziierter Amotio, Riesenrissen, proliferativer Vitreoretinopathie Grad C, Ora-Dialyse oder Silikonöltamponade. Primärer Endpunkt war das Ausbleiben einer Re-Amotio mindestens sechs Monate nach Operation.
Ergebnisse: Die Makula lag bei 923 Augen an und war bei 918 abgelöst. Verwendet wurden SF6 in 59%, C2F6 in 32%, C3F8 in 8% und Luft in 1% der Fälle. PFCL kam intraoperativ in 32% der Augen zum Einsatz. Insgesamt trat bei 86% keine Re-Amotio auf. Makula-on-Amotiones zeigten höhere Erfolgsraten als Makula-off-Amotiones (91% vs. 81%; p<0,001). Superiore Foramina waren mit höheren Erfolgsraten assoziiert als inferiore oder kombinierte Defektlokalisationen (91% vs. 84% vs. 80%; p<0,001). Unterschiede bestanden zunächst je nach Tamponade (SF6 91%, C2F6 81%, C3F8 78%; p<0,001), jedoch ohne Signifikanz in der multivariablen Analyse. Wiederanlage unterschied sich nicht hinsichtlich PFCL-Verwendung oder Retinopexie-Modalität.In der multivariablen Analyse erwiesen sich Makulastatus (p<0,001), Defektlokalisation (p=0,001), jüngeres Patientenalter (p<0,001) und kürzere Operationsdauer (p=0,003) als unabhängige Prädiktoren des Operationserfolgs. Kein signifikanter Einfluss zeigte sich für Geschlecht, ppV-Gauge, Tamponade, Retinopexie oder PFCL.
Schlussfolgerung: Entscheidend für den Primärerfolg waren die präoperativen und intraoperativen Ausgangsmerkmale Makulastatus, Defektlokalisation, Alter und Operationsdauer, während die Wahl von Tamponade, Retinopexie und PFCL keinen signifikanten Einfluss zeigten. Die Kenntnis dieser Faktoren kann die chirurgische Entscheidungsfindung und Einschätzung der postoperativen Prognose unterstützen.



