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70. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
03.-04.04.2025
Münster

Meeting Abstract

Bellmunt-Risk-Score: Präzise und einfache Überlebensprognose bei mCRPC-Patienten unter PSMA-Radioligandentherapie

Thomas Büttner - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Bonn, Deutschland
Milka Marinova - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Bonn, Deutschland
Barbara Kreppel - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Bonn, Deutschland
Florian C. Gaertner - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Bonn, Deutschland
Leander Fritzsche - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Bonn, Deutschland
Gerd Geraths - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Bonn, Deutschland
Christian Immanuel - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Bonn, Deutschland
Markus Essler - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Bonn, Deutschland
Manuel Ritter - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Bonn, Deutschland
Philipp Krausewitz - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Bonn, Deutschland

Text

Einleitung: Die Lutetium-PSMA-(LuPSMA) Therapie stellt eine vielversprechende zielgerichtete Therapieoption für Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) dar. Aufgrund der insgesamt schlechten Prognose bleibt die individuelle Vorhersage des Gesamtüberlebens (OS) jedoch eine Herausforderung. In dieser Studie wurde der prognostische Wert des Bellmunt-Risk-Scores (BRS) bei mCRPC-Patienten, die mit LuPSMA behandelt wurden, evaluiert.

Methoden: Insgesamt wurden 386 mCRPC-Patienten in die Auswertung eingeschlossen. Der BRS wurde anhand der folgenden Risikofaktoren berechnet: ECOG-Performance-Status (ECOG PS) >0, Hämoglobin <10 g/dL und das Vorliegen von Lebermetastasen (je ein Punkt pro Risikofaktor). Eine erweiterte Version des Scores berücksichtigte zusätzlich CRP >30 mg/dL, während eine modifizierte Version den ECOG PS semi-quantitativ einbezog. Die statistische Analyse erfolgte mittels Cox-Regression, Kaplan-Meier-Schätzungen, Konkordanzindizes und zeitabhängiger Fläche unter der Kurve (tAUC).

Ergebnisse: Der BRS war in multivariablen Analysen ein unabhängiger Prädiktor für das Gesamtüberleben. Das mediane OS betrug 17,6, 10,9, 6,6 und 2,7 Monate bei Scores von 0, 1, 2 und 3 (Log-Rank p<0,001). Die tAUC betrug 71,6% für das 1-Jahres-OS und 74,4% für das 2-Jahres-OS. Die erweiterte Version des BRS mit CRP zeigte eine verbesserte Prognosegenauigkeit mit tAUC-Werten von 75,7% (1-Jahres-OS) und 78,1% (2-Jahres-OS).

Schlussfolgerungen: Der BRS ermöglicht eine einfache und effektive Risikostratifizierung bei mCRPC-Patienten vor und während der LuPSMA-Therapie. Seine prognostische Aussagekraft wird durch die Einbeziehung des CRP-Wertes weiter verbessert.