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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Was ist geschlechtersensible Medizin? Eine Annäherung am Beispiel Schmerztherapie

Achim Mortsiefer - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland
Veronika Bencheva - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Witten, Deutschland
Alexandra Kayser - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland
Christine Kersting - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland
Neele Kufeld - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland
Alexandra Schmidt - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland
Klaus Weckbecker - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland
Birgitt Wiese - Medizinische Hochschule Hannover, IT Services Applications, Science & Laboratory, MHH Information Technology, Hannover, Deutschland
Petra Thürmann - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Witten, Deutschland

Text

Hintergrund: Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen (CNTS) zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in der Primärversorgung und haben biologische, psychische und soziale Dimensionen. In der geschlechtersensiblen Medizin wird zwischen sex und gender unterschieden: sex bezeichnet biologische Merkmale wie Hormonstatus und Physiologie, gender sozial und kulturell geprägte Rollen, Erwartungen und Verhaltensweisen. Studien zeigen, dass beide Ebenen die Schmerzverarbeitung, Symptomdarstellung sowie diagnostische und therapeutische Entscheidungen beeinflussen. Geschlechtersensible Medizin zielt daher sowohl darauf, evidenzbasierte Unterschiede zu berücksichtigen und zugleich stereotype Zuschreibungen in Kommunikation und Behandlung kritisch zu reflektieren.

Zielsetzung/Fragestellung: Die Herausforderungen der geschlechtersensiblen Medizin bei chronischen Schmerzen werden anhand von Fallbeispielen zu folgenden Themen diskutiert: Pharmakotherapie, Arzt-Patienten-Kommunikation, Coping-Strategien, Umgang mit Chronifizierung. Anschließend wird ein leicht umsetzbares hausärztliches Beratungskonzept vorgestellt, das in dem BMG-geförderten Projekt GESCO entwickelt wurde.

Diskussionspunkt: Wie können hausärztliche Entscheidungen in Diagnostik und Therapie geschlechtersensibel gestaltet werden, ohne dabei in stereotype Zuschreibungen zu verfallen?

Wie kann in der ärztlichen Aus- / Fort- und Weiterbildung eine geschlechtersensible Gesundheitsversorgung vermittelt und gefördert werden?

Zielgruppe: Allgemeinärzt:innen, Praxisteams, Wissenschaftler:innen

Didaktische Methode/n: Impulsreferat, Erfahrungsaustausch und Fallarbeit, Klein- und Großgruppendiskussionen

Take Home Message für die Praxis: Geschlechtssensible Medizin bedeutet zugleich, angemessene Unterschiede zu berücksichtigen und unangemessene Unterschiede abzubauen.

Eine reflektierte, geschlechtersensible Kommunikation in der Schmerztherapie kann dazu beitragen, Fehleinschätzungen zu vermeiden und Chronifizierungsprozesse in der hausärztlichen Versorgung günstig zu beeinflussen.

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Prof. Dr. Achim Mortsiefer ist Hausarzt in Köln und Lehrstuhlinhaber für Allgemeinmedizin II und Patientenorientierung in der Primärversorgung am Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag) der Universität Witten/Herdecke

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 20

Interessenkonflikte: Keine


References

[1] Samulowitz A, Gremyr I, Eriksson E, Hensing G. "Brave Men" and "Emotional Women": A Theory-Guided Literature Review on Gender Bias in Health Care and Gendered Norms towards Patients with Chronic Pain. Pain Res Manag. 2018 Feb 25;2018:6358624. DOI: 10.1155/2018/6358624
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[3] Piotrowski A, Schmidt A, Kufeld N, Kersting C, Bencheva V, Wiese B, Bahrs O, Hunger-Schoppe C, Maas M, Preuss J, Just JM, Weckbecker K, Thürmann P, Mortsiefer A. Towards Sex- and Gender-Sensitive Pain Management: Participatory Development of the GESCO Intervention for Chronic Non-Cancer Pain and Long-Term Opioid Therapy in Primary Care. J Pain Res. 2026;19:564795. DOI: 10.2147/JPR.S564795