Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Interdisziplinäre und interprofessionelle Versorgung und Schnittstellen zwischen Allgemeinmedizin, Psychosomatik und anderen Fächern am Beispiel der neuesten Leitlinie „Funktionelle Körperbeschwerden“

Olaf Reddemann - Praxisteam Reddemann, Hausärztliche Praxis, Deutschland; Klinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin, Düsseldorf, Deutschland
Sven Schulz - Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland
Antonius Schneider - Technische Universität München, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, München, Deutschland
Constanze Hausteiner-Wiehle - Technische Universität München, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, München, Deutschland

Text

Hintergrund: Funktionelle Körperbeschwerden gehören aufgrund Ihrer hohen Prävalenz zu den häufigsten Beratungsanlässen in der hausärztlichen Versorgung. Aufgrund der großen Bandbreite ihrer Ausprägung einerseits und der auch heute noch sehr dualistisch konzipierten und ausformulierten Versorgungsrealität anderseits stehen die Betroffenen wie auch die Versorgenden vor vielfach großen Herausforderungen. Dies betrifft einerseits die Gestaltung funktionaler Patient-Arzt-Beziehungen, konkordanter Krankheitskonzepte und wirksamer therapeutischer Interventionen in allen Kontexten der Versorgung. Andererseits betrifft es aber auch die Gestaltung der kooperativen interdisziplinären Versorgung gerade in Fällen mit hoher Symptomlast, Chronifizierung und Komplexität. Auch die gerade im Aktualisierungsprozess befindliche neue S3-Leitlinie „Funktionelle Körperbeschwerden“ legt deswegen vor dem Hintergrund einer immer größer werdenden externen Evidenz Ihre Schwerpunkte neben der Gestaltung einer heilsamen kooperativen Patient-Arzt-Beziehung auf Aspekte der Kooperation und Koordination an vulnerablen Versorgungsschnittstellen.

Zielsetzung/Fragestellung: Vorstellung hausärztlich relevanter Aspekte der neuen zur Veröffentlichung am Jahresende zur Veröffentlichung vorgesehenen Überarbeitung der S3-LL Funktionelle Körperbeschwerden, Diskussion von Herausforderungen und kooperativen Lösungen, Dokumentation von funktionalen Versorgungskonzepten und Best-practice-Ideen, Entwicklung spannender Forschungsfragen

Diskussionspunkt: Wie kann die Versorgung v.a. schwerer oder chronisch Erkrankter verbessert werden?

Zielgruppe: ÄIW, Fachärzt:innen aller Fachgebiete, MFA, Psycholog:innen, Forscher:innen aller Disziplinen, alle Gesundheitsberufe, Studierende

Didaktische Methode/n: Impulsvorträge, Klein- und Großgruppendiskussion

Take Home Message für die Praxis: Die Versorgung insbesondere komplex und chronisch an funktionellen Körperbeschwerden leidenden Patient:innen erfordert gute Zusammenarbeit im Praxisteam und innerhalb des regionalen Versorgungsnetzwerkes.

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Olaf Reddemann, Hausarzt in eigener Praxis seit 20 Jahren, Psychotherapeut, aktiv in der Weiterbildung (v.a. der psychosomatischen Grundversorgung) seit 15 Jahren, Mitarbeit in zahlreichen Leitlinien

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 15–20

Interessenkonflikte: Keine


References

[1] Roenneberg C, Sattel H, Schaefert R, Henningsen P, Hausteiner-Wiehle C. Clinical practice guideline: Functional somatic symptoms. Dtsch Arztebl Int. 2019;116:553-60. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0553