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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Evidenz unter Komplexität: Evaluation in Prävention und Gesundheitsförderung zwischen Anspruch, Realisierbarkeit und Bedarf

Susanne Jordan - Robert Koch-Institut, Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Gisela Nellessen-Martens - Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V., Deutschland
Nicole Skoetz - Universität zu Köln, Institut für Öffentliches Gesundheitswesen, Köln, Deutschland
Thomas Maibaum - Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Deutschland
Christian Apfelbacher - Universitätsklinikum Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Claudia Pischke - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Dominik Röding - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland

Text

Namen der Moderierenden sowie der Vortragenden

Moderation: Jordan S, Nellessen-Martens G

Vortragende: Skoetz N, Scherer M, Apfelbacher C, NN

Hintergrund: Die Forderung nach Evidenzbasierung ist zu einem zentralen Leitprinzip in der Gesundheits- und Forschungspolitik geworden. Bewertungsmaßstäbe orientieren sich dabei häufig an Konzepten der evidenzbasierten Medizin und fokussieren auf standardisierte Studiendesigns sowie generalisierbare Effektgrößen. Gleichzeitig zeichnen sich viele Interventionen in Prävention und Gesundheitsförderung durch eine hohe Komplexität aus. Sie sind häufig mehrkomponentig, kontextabhängig und wirken auf mehreren Ebenen (Individuum, Setting, Gesellschaft). Diese Charakteristika stellen klassische Studiendesigns – insbesondere randomisierte kontrollierte Studien – vor methodische Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund entsteht ein Spannungsfeld zwischen normativem Evidenzanspruch und praktischer Realisierbarkeit von Prävention. Während politische Entscheidungsprozesse häufig klare Aussagen zur Wirksamkeit verlangen, sind viele relevante Interventionen nur eingeschränkt oder mit alternativen methodischen Ansätzen evaluiert.

Zielsetzung/Fragestellung:

  • Wie können komplexe Interventionen angemessen bewertet werden? Brauchen wir neue Standards jenseits klassischer Studiendesigns?
  • Welche Auswirkungen haben bestehende Evidenzanforderungen auf die Auswahl von Fragestellungen, Interventionen und Forschungsförderung von Prävention?
  • Welche Evidenz ist „gut genug“, um als Entscheidungsgrundlage für Prävention in der Gesundheitspolitik zu dienen?

Diskussionspunkt: Das Symposium bietet eine Plattform für den Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen. Unterschiedliche Perspektiven auf das Verhältnis von Evidenz, Evaluation und Intervention werden vorgestellt und diskutiert und mögliche Wege für einen angemessenen Umgang mit Komplexität für die Realisierbarkeit von Prävention und Gesundheitsförderung aufgezeigt.

Inhalt: Das Symposium bietet Beiträge aus vier Fachgesellschaften sowie Raum zur Diskussion:

  1. Prof.‘in Dr. N. Skoetz: Evidenzhierarchien und ihre Übertragbarkeit auf komplexe Interventionen, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM)
  2. Prof. Dr. M. Scherer: Evidenzbasierung zwischen Theorie und Praxis, Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
  3. Prof. Dr. Dr. C. Apfelbacher: Epistemische Pluralität: welcher Evidenzbegriff ist für die Evaluation von Prävention und Gesundheitsförderung hilfreich? Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP)
  4. N.N.: Gesundheitsförderung im Setting – Evaluation zwischen Kontextsensitivität, Partizipation und Standardisierung

Take Home Message für die Praxis: Angestrebt wird die Entwicklung einer gemeinsamen Formulierung für Praxis, Forschung und Politik.

Interessenkonflikt: Die Referierenden sind Mitglieder in den genannten Fachgesellschaften. Ggf. weitere individuelle Interessenkonflikte werden in den Vorträgen angegeben.