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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Wie kann Versorgungsforschung zur (Weiter-)Entwicklung von Leitlinien beitragen?

Peggy Prien - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, Deutschland
Maike Below - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, Deutschland
Mandy Schulz - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, Deutschland
Doreen Müller - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, Deutschland
Bernd Hagen - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, Deutschland
Achim Mortsiefer - Universität Witten-Herdecke, Fakultät für Gesundheit (Department für Humanmedizin), Witten, Deutschland
Martin Scherer - UKE Hamburg, Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland

Text

Namen der Moderierenden sowie der Vortragenden:

Moderation: Martin Scherer

Vortragende:

  • Peggy Prien
  • Doreen Müller
  • Mandy Schulz
  • Maike Below
  • Bernd Hagen
  • Achim Mortsiefer

Hintergrund: Vor einer Neuentwicklung oder Aktualisierung von Leitlinien soll eine Bedarfs- und Bestandsanalyse durchgeführt werden. Als international etabliertes Qualitätskriterium ist dies auch im AWMF Regelwerk Leitlinien verankert. Gleiches gilt für die Evaluation der Implementierung von Leitlinien-Empfehlungen anhand geeigneter Messgrößen. Eine wichtige Ressource für Leitlinienerstellende ist in diesem Zusammenhang die Nutzung von Ergebnissen aus der Versorgungsforschung.

Zielsetzung/Fragestellung: Um mit Versorgungsforschenden kooperieren und dafür die richtigen Fragen stellen zu können, benötigen Leitlinienerstellende eine grundlegende Kenntnis der Methoden der Versorgungsforschung. Sonst kann es zu falschen Erwartungen, Missverständnissen und schlimmstenfalls Fehlinterpretationen der Analyseergebnisse kommen. Das Symposium soll einen Überblick über die Möglichkeiten, aber vor allem über die methodischen Limitationen von Routinedaten geben.

Diskussionspunkt: Kann Versorgungsforschung zeigen, wie Leitlinienempfehlungen sich in der medizinischen Versorgung niederschlagen? Anhand von Beispielen wird dargelegt, zu welchen Endpunkten Auswertungen vorgenommen werden können, welche Herausforderungen dies mit sich bringt und welche methodischen Limitationen damit verbunden sind.

Inhalt:

  • Anwendung von Routinedaten in Leitlinien: Wunsch und Wirklichkeit
  • Datenquellen für die Versorgungsforschung in Deutschland
  • Verordnungsdaten im Fokus: Verbesserung der Evidenz zu Wirkungen und Nebenwirkungen von Arzneimitteln durch Routinedaten?
  • Vertragsärztliche Abrechnungsdaten: Möglichkeiten und Limitationen der Betrachtung von Leistungsinanspruchnahme bei bestimmten Erkrankungen anhand ausgewählter Beispiele
  • Messung der Versorgungsqualität in den Disease-Management-Programmen: Ausgewählte Beispiele für Möglichkeiten und Limitationen der DMP-Qualitätsindikatoren
  • Herausforderungen für die Realisierung von Endpunktstudien unter Routineversorgungsbedingungen

Take Home Message für die Praxis: Versorgungsforschung ist eine wichtige Ressource im Rahmen der Bedarfs- und Bestandsanalyse für Leitlinien sowie für die Evaluation der Implementierung von Leitlinienempfehlungen. Für Leitlinienerstellende ist jedoch die Kenntnis und kritische Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen von „Real World Evidenz“ notwendig, um deren Anwendbarkeit und Aussagesicherheit für im Leitlinienkontext zu beantwortende Fragen beurteilen zu können.

Interessenkonflikte:

MS: Pastpräsident der DEGAM; A+ Videoclinic.

PP: keine

DM: keine

MB: keine

BH: keine

MS: keine

AM: keine